Basler Appell

 

Standpunkt

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Es wird einem schwindlig bei den gigantischen Summen, die den Gewinnern der EU-Flagship-Ausscheidung versprochen werden. Ist es da verwunderlich, dass ForscherInnen den Boden der Realität schnell verlassen und zu abgehobenen VisionärInnen werden, die uns vorgaukeln, innert zehn Jahren das Gehirn zu verstehen? Die behaupten, einen Computer zu bauen, der Hirnvorgänge simuliert und sogar selber zu denken vermag?

Zum «Human Brain Project» kommt mir das nationale Grossprojekt SESAM in den Sinn, das unter anderem vom Basler Appell zu Fall gebracht worden war: Dort ging es zwar «nur» um knapp 80 Millionen Franken, die gesamthaft investiert werden sollten. Aber die Versprechungen waren dieselben wie beim «Human Brain Project». Damals war der Schweizerische Nationalfonds (SNF) noch gewillt, diesen zu glauben: Mit Hilfe des menschlichen Genoms – statt wie jetzt des Gehirns – von 3'000 Kindern wollte man damals die Entstehung psychischer Krankheiten verstehen und heilen lernen.

Von SESAM ist nichts geblieben, das Projekt scheiterte kläglich. Ich hoffe sehr, dass der Bund, die Hochschulen und auch der SNF diesmal auf die kritischen Stimmen hören und dem «Human Brain Project» die Finanzierung verweigern. Denn die Folge wäre ein zweites Debakel mit einem finanziell kaum absehbaren Ausmass.

Pascale Steck, Biologin, Geschäftsführerin Basler Appell gegen Gentechnologie

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