Basler Appell

 

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Juli 2012

31. Juli 2012
Simulation eines Bakteriums

Wissenschaftlern der Stanford University ist es erstmals gelungen, einen kompletten Organismus im Computer zu simulieren (www.cell.com). Dazu haben die Forscher 900 wissenschaftliche Arbeiten über das Bakterium Mycoplasma genitalium (MG) studiert und 1900 experimentell nachgewiesene Vorgänge in der Zelle identifiziert. Mit 28 Algorithmen, die jeweils ein Software-Modul steuern, das einen biologischen Prozess modelliert, konnten die Wissenschaftler die Funktionsweise der 525 Gene von MG in einer Simulation darstellen. Längerfristig hoffen die Forscher auch andere Organismen wie E. coli am Computer modellieren zu können. MG eignet sich besonders gut für die Simulation, weil es das kleinste bekannte Genom aller in freier Wildbahn vorkommenden Organismen hat. Das Bakterium lebt im menschlichen Genitaltrakt und Atemwegen und spielt eine Rolle bei manchen Entzündungen.


26. Juli 2012
Gen-Soja verändert Südamerika

Die Zunahme des Anbaus von Gen-Soja im südlichen Gürtel Amerikas (eine Sub-Region, die die Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay durchzieht) zeigt gravierende Auswirkungen auf die Umwelt und die ländlichen Strukturen. Ein Report zeigt die einschneidenden Veränderungen durch die Monokulturen und die Auswirkungen des steigenden Pestizideinsatzes auf die Umwelt. Er ist einer Zusammenarbeit verschiedener akademischer Institutionen und NGOs zu verdanken. Der Bericht findet sich auf Englisch und Spanisch auf den Seiten des norwegischen Institutes für Biosicherheit genok


23. Juli 2012
Transgene Kuh produziert Muttermilch

In Argentinien gibt eine Kuh mit verändertem Erbgut seit kurzem Milch, die der Muttermilch von Menschen ähnelt. Forschern der Universität San Martín und des Nationalen Instituts für Agrartechnologie, INTA, war es 2010 gelungen, im Labor zwei menschliche Gene in das Genom des Rinds einzufügen. Im April 2011 kam die transgene Klon-Kuh auf die Welt, und seit gut zwei Monaten gibt sie Milch mit zwei Proteinen, die sonst in menschlicher Muttermilch enthalten sind. Das Ziel der argentinischen Wissenschaftler: mit diesen Proteinen eine Kuhmilch herzustellen, die für Menschen gesünder und wertvoller ist als herkömmliche Milch. (www.dradio.de)


18. Juli 2012
EU-Kommission stoppt Anbauzulassung

Wie Testbiotech aus München berichtet, wird es in diesem Jahr wohl keine neuen Anbauzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU geben. Die EU-Kommission hat die Dossiers für drei Mais-Varianten, die Insektengifte produzieren, an die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA zurückgeschickt. Die Varianten MON810, Bt11 und Mais 1507 waren von der EFSA mehrfach positiv bewertet worden. Die Zurückweisung durch die Kommission ist ein erstes Signal, dass die Risikobewertung für Gentechnikpflanzen erheblich verbessert werden muss. Man weiss noch nicht einmal genau, wie viel Insektengift diese Pflanzen produzieren, so Christoph Then von Testbiotech. 


16. Juli 2012
Gendatenbank für Lebensmittelkeime

Salmonellen, Listerien, Campylobacter und Co sagt die USA künftig mit einer Gendatenbank den Kampf an. Binnen fünf Jahren sollen die Genome von 100.000 aus der Nahrung stammenden Krankheitserreger sequenziert und die Ergebnisse öffentlich verfügbar gemacht werden, gab die Food and Drug Administration soeben bekannt. Möglich ist diese Maßnahme, die eine schnellere Identifikation und Reaktion bei Lebensmittelseuchen ermöglichen soll, durch die Beschleunigung und Verbilligung der Sequenzierung. Das «100k Genome Project», das in Zusammenarbeit mit der University of California in Davis gestartet wurde, soll die Prävention und Behandlung verbessern. (www.pressetext.com)


10. Juli 2012
Glyphosat: Gift in der Nahrung

Der Wirkstoff Glyphosat ist in zahlreichen Spritzmitteln enthalten und soll das Unkraut auf den Äckern vernichten. Entwickelt wurde das Herbizid vom amerikanischen Agrarkonzern Monsanto, der es als «Roundup» verkauft, ebenso entprechende gentechnisch veränderte Sojasorten, die gegen das Mittel resistent sind. Seit der Patentschutz vor einigen Jahren ausgelaufen ist, nutzen auch andere Hersteller den Wirkstoff Glyphosat, dazu gehören etwa die Chemiekonzerne Bayer und Syngenta. Doch das Pflanzengift steht unter einem schweren Verdacht. Wissenschaftler finden immer mehr Hinweise, dass Glyphosat gefährlicher ist, als von den Herstellern angegeben. So kann es bei Menschen und Tieren das Erbgut schädigen und Krankheiten wie Krebs auslösen. Eine noch nicht veröffentlichte Studie der Universität Leipzig kommt nun ebenfalls zu einem alarmierenden Ergebnis. «Wir haben Glyphosat im Urin von Menschen, Nutztieren und wild lebenden Tieren nachgewiesen, in fast allen Proben», sagte Professorin Monika Krüger am Freitag der Süddeutschen Zeitung. «Dies ist ein bedenkenswertes Ergebnis. Es zeigt, dass Glyphosat höchstwahrscheinlich mit der Nahrung aufgenommen und dann über die Niere ausgeschieden wird.» Krüger kritisiert zudem, dass die Risiken des Wirkstoffs viel zu wenig erforscht seien. Unklar sei auch, welche Auswirkungen Glyphosat auf den Stoffwechsel im menschlichen Körper habe. (www.sueddeutsche.de)


9. Juli 2012
Bluttest für Down-Syndrom nach Gutachten illegal

Der vom Konstanzer Unternehmen «LifeCodexx» für Juli angekündigte vorgeburtliche Bluttest auf Down-Syndrom «PraenaTest» ist kein zulässiges Diagnosemittel nach dem Deutschen Gendiagnostikgesetz. Dies geht aus einem neuen Rechtsgutachten von Prof. Klaus Ferdinand Gärditz von der Universität Bonn hervor. Beim PraenaTest handle es sich darüber hinaus um ein nicht verkehrsfähiges Medizinprodukt, da es die Sicherheit und Gesundheit der Ungeborenen gezielt gefährdet, wie das Gutachten verdeutlicht. Die zuständigen Landesbehörden sind ermächtigt, zu verhindern, dass der PraenaTest in Verkehr gebracht wird. Mit dem Test soll nach Angaben von «LifeCodexx» mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Down-Syndrom beim Kind vorgeburtlich aus mütterlichem Blut nachgewiesen werden können. «Es geht beim Bluttest fast ausschließlich um die Selektion von Menschen mit Down-Syndrom. Er diskriminiert damit Menschen mit Down-Syndrom in der schlimmsten Form, nämlich in ihrem Recht auf Leben», betonte Hubert Hüppe, Beauftragter der Deutschen Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen anlässlich der Bundespressekonferenz zum Bluttest auf Down-Syndrom.

Der Test soll ab Juli auch in der Schweiz erhältlich sein. Ob das Verfahren mit dem eidgenössischen «Gesetz über medizinische Untersuchungen am Menschen» vereinbar ist, ist offen.

Das Gutachten zur Zulässigkeit des Diagnostikprodukts «Praenatest» finden Sie hier.


7. Juli 2012
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Gen-Soja als Fischfutter

Monsanto, Cargill und die Sojaindustrie preisen ihre Gen-Soja als Fischfutter für Aquakulturen an. Die rasante Ausweitung dieser Art von Fischzucht, hat die Nachfrage nach Fischmehl und Fischöl immens steigen lassen. Da man für 1 Pfund Aufzuchtfisch erst einmal 2 Pfund Wildfisch braucht, werden die Fischbestände weiter dezimiert. Die Kosten für Fischfutter haben sich zwischen 1995 und 2010 verdoppelt. Die Soja-Multis sehen nun eine weitere gute Einnahmequelle und wollen verstärkt in das Geschäft mit Fischfutter einsteigen. Die NGO Food&WaterWatch warnt vor der Ausweitung des weltweiten Sojaanbaus. Allein in den USA entfallen mehr als 90% der angebauten Soja auf Monsantos Gen-Soja. In südamerikanischen Ländern wird durch den extensiven Gen-Sojaanbau und Gifteinsatz die Umwelt vernichtet, Existenzen werden zerstört und Menschen vergiftet. Ein aktueller Bericht der NGO zeigt die Zusammenhänge auf und gibt einen guten Überblick über den Einsatz von Gen-Soja in der Fischzucht.  


5. Juli 2012
EU-Kommission will genmanipulierte Tiere

Weltweit gibt es keine gemanipulierten Tiere, die als Lebensmittel zugelassen wären. Die  Versuche, die bisher mit Tieren gemacht wurden, haben sich allesamt als nicht erfolgreich herausgestellt und wurden abgebrochen. Es gibt eine klare Ablehnung vor allem innerhalb der Bevölkerung der EU - und ein Markt ist nicht in Sicht. Nichtsdestotrotz bereitet die EU-Kommission gesetzliche Rahmenbdingungen vor, damit genmanipulierte Tiere und deren Produkte zugelassen werden. Die NGO Friends of the Earth hat dazu ein Informationsblatt veröffentlicht.


4. Juli 2012

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Patente und Saatgut

Die IG Saatgut veröffentlicht eine Studie zur Auswirkung von Biopatenten. Patente erschweren den Zugang zu genetischen Ressourcen im Bereich der Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung. In ihrer knapp 200-seitigen Studie geht Dr. Eva Gelinsky der Frage nach, welche Folgen die zunehmende Patentierung im Saatgutbereich für ökologicshe Züchtungsorganisationen hat. Neben den aktuellen Problemen der Züchterinnen und Züchter geht es auch um Alternativen und Handlungsperspektiven.



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Juni 2012

28. Juni 2012
Embryoselektion: PID bald in der Schweiz zugelassen

Heute hat der Bundesrat das weitere Vorgehen zur Präimplantationsdiagnostik (PID) veröffentlicht: Die Embryoselektion im Rahmen fortpflanzungsmedzinsicher Verfahren soll in der Schweiz erlaubt werden. Der zweite Entwurf kommt den Forderungen der Fortpflanzungsmediziner massiv entgegen. Mit der Zulassung der PID will man ein selektives Verfahren einführen, das weit reichende gesellschaftspolitische Auswirkungen hat. Der Basler Appell fordert den Bundesrat auf, endlich die dringend notwendige öffentliche Debatte zu lancieren.


26. Juni 2012
Künstliche Befruchtung: Erhöhtes Brustkrebsisiko?

Künstliche Befruchtungen in jungen Jahren können möglicherweise das Risiko steigern, im späteren Leben an Brustkrebs zu erkranken, zeigt eine australische Studie. Die Forscher um Louise Stewart von der University of Western Australia in Crawley hatten Daten von mehr als 21.000 Frauen ausgewertet, die zwischen 1983 und 2002 Fruchtbarkeitsbehandlungen erhalten hatten. Auf den ersten Blick zeigten sich keine Auffälligkeiten. Anders war es allerdings, als die Forscher die untersuchten Frauen in zwei Gruppen aufteilten und das Brustkrebsrisiko in Abhängigkeit vom Alter bei der künstlichen Befruchtung analysierten. Dabei zeigte sich, dass Frauen, die bereits um ihren 24. Geburtstag Hormonbehandlungen erhalten hatten und künstlich befruchtet worden waren (In-vitro-Fertilisation), messbar häufiger im späteren Leben an Brustkrebs erkrankten, berichten die Forscher im Fachblatt «Fertility and Sterility». (www.spiegel-online.de)


24. Juni 2012
Uni Basel immer enger im Griff der Wirtschaft

Wie die Tageswoche berichtet, hat die Uni Basel ein Millionenmolekül entdeckt und die Rechte daran für Peanuts an einen Pharmakonzern gegeben. Die Uni Basel wird zu 80 Prozent aus Steuergeldern finanziert. Trotzdem hat die Wirtschaft immer mehr das Sagen. Die Uniräte sind von Konzernvertretern durchsetzt. Von Transparenz und demokratischer Kontrolle sind die Strukturen weit entfernt. Nachfragen werden meist abgeblockt. Der Basler Appell wirft schon lange die Frage auf, wer über die Richtung der Forschung entscheidet, die dann von der öffentlichen Hand finanziert wird. Findet öffentlich finanzierte Forschung zunehmend nur noch zum Nutzen der Wirtschaft statt? Welchen gesellschaftlichen Nutzen hat die Forschung? Die Offenlegung der Interessenskonflikte der Mitglieder in den Uni-Gremien und Forschungseinrichtungen läuft nur sehr lasch oder gar nicht. Es muss dringend eine öffentliche Debatte her über die Verflechtungen zwischen öffentlicher Forschung und privatem Kapital. Die Einflussnahme -nicht nur an der Uni Basel- scheint sich auszuweiten. Eine Kontrolle ist dringend angesagt.


22. Juni 2012
EFSA: Grünes Licht für den Anbau von «Gen-Soja»

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat erstmals grünes Licht für den Anbau von gentechnisch veränderter Soja in Europa gegeben. Jetzt müssen die Kommission und die Mitgliedsländer über die Marktzulassung entscheiden. Antragssteller ist der US-Konzern Monsanto, der auch in Europa das Saatgut seiner „Roundup Ready"-Soja verkaufen möchte. Diese toleriert das Spritzmittel Glyphosat und ist bisher nur für den Import, nicht aber für den Anbau zugelassen. Ein aktuelles Rechtsgutachten im Auftrag von Testbiotech zeigt, dass die geplante Zulassung gegen EU-Recht verstoßen würde, da die Rückstände des Spritzmittels bei der Risikobewertung nicht berücksichtigt wurden. Auch ein Monitoring gesundheitlicher Auswirkungen dieser Rückstände ist nicht vorgesehen, obwohl dies in der EU vorgeschrieben ist. (www.testbiotech.de)


20. Juni 2012
Gentechlobby setzt Kirche unter Druck

In Süddeutschland hat das dubiose Forum Grüne Vernunft versucht, mittels einer Zeitungsanzeige ein Gespräch mit dem Freiburger (Breisgau) Erzbischof zu erzwingen. Der Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die grüne Gentechnik mit allen Mitteln voranzutreiben, wirft in einem offenen Brief der katholischen Kirche eine Mitschuld am Hungertod tausender Kinder in den Ländern des Südens vor. Die Kirche würde sich weigern, die grüne Gentechnik offen zu unterstützen, die doch diese Kinder retten könnte. Ein unverschämtes Vorgehen. Das Presseamt des Bischofs liess auch nur mitteilen, dass man sich nicht zu einem Gespräch nötigen liesse. Die Argumentation, die grüne Gentechnik würde den Welthunger bekämpfen, ist ein alter Hut und längst widerlegt. Die Pflanzen, die bisher zugelassen sind, haben allein zum Ziel, den Saatgutherstellern und Agrarmultis satte Gewinne zu verschaffen. Es gibt keinen Nachweis, dass die Hektarerträge bei gentechnisch manipulierten Pflanzen höher sind, als bei anderen. Im Gegenteil, durch den massiven Einsatz von Spritzmitteln werden Umwelt und Menschen geschädigt. Die Gen-Lobby will wieder mit allen Mitteln ihr Thema in der Öffentlichkeit lancieren. Das Problem des Hungers ist in erster Linie ein Problem der ungerechten Ressourcenverteilung. Anstatt Saatgutmultis fette Gewinne zukommen zu lassen, sollte die Energie besser in die Armutsbekämpfung gesteckt werden. Nähere Informationen auf den Seiten des BUND.


19. Juni 2012
Event zur Unterzeichung der Qualitätscharta

Mit der Unterzeichnung der gemeinsam erarbeiteten Charta setzt die Schweizer Lebensmittelbranche ein starkes Zeichen. Bis gestern haben 119 Unternehmen und Organisationen die Charta unterschrieben. Die unterzeichnenden Akteure der Lebensmittelkette - vom Bauernverband über die Fenaco, Groupe Minoteries, Cremo, Coop, Migros bis zur Stiftung für Konsumentenschutz - setzen auf Qualität im umfassenden Sinne. Nachhaltig und tiergerecht produzierte sowie authentische Lebensmittel aus der Schweiz: Diese Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten sollen im Zentrum der Produktion und Verarbeitung von Schweizer Nahrungsmittel stehen, so das zentrale Anliegen der Charta. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Charta stellt die Produktion ohne gentechnisch veränderte Organismen dar. Die Unterzeichnenden sind sich zudem einig, dass die Zukunft der Branche durch die gemeinsame, erfolgreiche Bearbeitung wertschöpfungsstarker Marktsegmente auf offeneren Märkten gestärkt werden muss. (www.admin.ch)


13. Juni 2012
Einreichung der Petition: Recht ohne Grenzen

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135'285 Menschen fordern klare Regeln für Schweizer Konzerne. Weltweit. Die Unterschriften wurden heute dem Parlament übergeben. Mit der Petition fordern die Unterzeichnenden Bundesrat und Parlament auf, dafür zu sorgen, dass Firmen, mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und die Umwelt weltweit respektieren müssen. Die Kampagne wurde von einem breiten Bündnis mit über 50 Organisationen lanciert. Der Basler Appell gegen Gentechnologie hat die Aktion gern unterstützt und viele Unterschriften gesammelt.

Gleichzeitig reichten Mitglieder verschiedener Parteien Vorstösse zum Thema ein. Mit diesen starken Signalen ist die Diskussion um klare Regeln für Schweizer Konzerne endgültig im Bundeshaus angekommen.


12. Juni 2012
EU-Umweltminister: Keine Einigung auf nationale Anbauverbote

Die Umweltminister der 27 EU-Staaten haben gestern erwartungsgemäß keine Einigung zu einem möglichen Recht auf nationale Anbauverbote von Gentechnik erzielt. Wie sich schon länger abgezeichnet hatte, scheiterte der Kompromissvorschlag der dänischen Ratspräsidentschaft endgültig am Widerstand Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Belgiens. Beobachter gehen nun davon aus, dass EU-Kommissar John Dalli die Zulassung neuer Gentech-Maissorten schon im Juli vorantreibt. Ein Kompromiss der Minister hätte dieses Vorpreschen wohl zumindest aufschieben können. Zu den fraglichen Pflanzen gehört beispielsweise der gegen Insekten und Herbizide resistente Mon 88017 des US-Agrochemiekonzerns Monsanto. Dieser gilt vielen als stark risikobehaftet. Auch der in einigen EU-Staaten, darunter Deutschland, bislang verbotene Gentech-Mais Mon 810 desselben Unternehmens steht vor einer erneuten Zulassung, nachdem die erste Genehmigung verjährt ist. (www.keine-gentechnik.de)


11. Juni 2012
Streit mit EU-Kommission

Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) will die von der EU-Kommission geplante Lockerung der Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln verhindern. Das Vorhaben der EU schränke Aigner zufolge die Transparenz und die Wahlfreiheit der Verbraucher auf unzulässige Weise ein, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Kunden könnten nicht mehr eindeutig erkennen, ob sie wirklich ein gentechnikfreies Produkt kaufen. Bisher gilt innerhalb der Europäischen Union die sogenannte Nulltoleranz. Demnach darf in Lebensmitteln nicht einmal eine Spur bisher nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen enthalten sein. Die EU-Kommission will diese Nulltoleranz nun aufheben und einen gewissen Grad an Verunreinigung erlauben. (www.spiegel.de)


7. Juni 2012
Embryo-Genom aus Blut und Speichel der Eltern entziffert

Forscher der University of Washington (Seattle) haben das komplette Genom eines Embryos allein aus dem Blut der schwangeren Frau und einer Speichelprobe des Vaters entziffert. Auch wenn das Verfahren nach Angaben der Autoren noch verbessert werden müsse und sehr teuer und aufwendig ist, geht die Entwicklung der pränatalen genetischen Untersuchungen in eine Richtung, die viele Fragen aufwirft und zu ethischen Konflikten führt. Wer wird zu welchem Zeitpunkt welche genetischen Informationen erhalten, auf welche Krankheitsanlagen soll getestet werden? Schon der Bluttest, der in der Schweiz und in Deutschland nun auf den Markt kommt, der Embryonen mit Trisomie21 herausfiltern soll, ist ein weiterer Schritt hin zu immer früheren, immer einfacher durchzuführenden selektiven Untersuchungsmethoden. Besteht durch eine Weiterentwicklung der Testverfahren in naher Zukunft die Möglichkeit alle möglichen Abweichungen oder Störungen zu identifizieren, so wird unter anderem ein immer stärkerer Druck auf schwangere Frauen, alle möglichen Untersuchungen durchführen zu lassen, aufgebaut. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert den Bund und die Parteien dringend auf, einen gesellschaftlichen Diskurs zu lancieren, der sich mit den ethischen Problemen, die die pränatale Gendiagnostik aufwirft, befasst. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die zu erwartende Zulassung der selektiven Präimplantationsdiagnostik (PID). (www.spiegel-online.de)

 


6. Juni 2012
Sechs Genmaissorten bald in EU?

Die EU-Kommission könnte schon Anfang Juli beginnen, sechs verschiedene, gentechnisch veränderte Maissorten zum Anbau in Europa zuzulassen. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA, die ihrerseits wegen Interessenskonflikten ihrer Mitglieder schwer in der Kritik steht, hat die Zulassung bereits befürwortet. Als besonders problematisch wird eine erstmalige Zulassung einer Monsanto-Maissorte gesehen: Diese Maissorte ist zugleich gegen Insekten und Herbizide resistent. Diese Entwicklung gilt selbst bei Prüfbehörden als nicht ausgereift und wurde nicht ausreichend auf mögliche negative Folgen geprüft. Sogar die ansonsten sehr industriefreundliche EFSA spricht davon, dass dieser Mais zu einer Verarmung der Biodiverisätt auf den Feldern führt. Umso unverständlicher, dass die Kommission trotzdem die Einführung dieses Maistyps in Europa erwägt. Die Multis Monsanto, Syngenta und Co. haben wohl wieder einmal erfolgreich Lobbyarbeit geleistet. Weitere Informationen finden sich hier.


5. Juni 2012
EU-Umweltminister: Letzter Versuch zur Selbstbestimmung der Mitgliedstaaten

Die EU-Umweltminister wollen in der nächsten Woche einen letzten Versuch unternehmen, die Entscheidung über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu überlassen. Scheitert der Versuch erneut, muss die EU-Kommission die anstehenden Zulassungen erteilen. Weitere gv-Pflanzen könnten dann zum Anbau freigegeben werden, darunter auch der umstrittene Bt-Mais MON810. Viele Länder werden die politische Schwäche der EU nutzen, um doch noch de-facto-Verbote durchzusetzen.

Schon seit längerem wollen EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli, aber auch viele Mitgliedsstaaten und eine Mehrheit im Europäischen Parlament die Entscheidung über den Anbau von gv-Pflanzen auf die nationale Ebene zurückverlagern. Doch die Umsetzung ist bisher weder politisch noch rechtlich gelungen. Einige Länder, darunter auch Deutschland, lehnen den Plan strikt ab, da er gegen den gemeinsamen Binnenmarkt und internationale Handelsverträge verstosse. (www.transgen.de)