Ob es sich um wichtige Gesetzesvorlagen handelt, die im Schweizerischen Parlament beraten werden oder um eine unserer Kampagnen: Einen Eindruck über die wichtigsten Bereiche, mit denen sich der Basler Appell gegen Gentechnologie zur Zeit befasst, finden sie hier.
Basler Appell lehnt die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ab.
Im Mai 2011hat der Bundesrat das umstrittene Verfahren in die zweiteVernehmlassung geschickt. Bisher ist der Gen-Check am Embryo in der Schweiz verboten. Nach den Vorstellungen des Bundesrates soll das Verfahren streng geregelt zugelassen werden. Die Erfahrungen aus der internationalen Praxis haben jedoch gezeigt, dass eine Eingrenzung der PID nicht möglich ist. Zunehmend wird das Indikationsspektrum für eine PID erweitert, von genetisch bedingtem Brustkrebs bis hin zur Auswahl des Geschlechtes aus «sozialen Gründen».
Die PID ist ein selektives Verfahren, das eine Entsolidarisierung mit behinderten oder kranken Menschen zur Folge haben kann.
Der Basler Appell gegen Gentechnologie lehnt die Zulassung der PID strikt ab. Wir haben dafür gute Argumente, die sich in der aktuellen Vernehmlassungsantwort finden.
> Vernehmlassungsantwort (pdf)
Humanforschungsgesetz:
Biobanken weiterhin ohne Regulierung
Nach kurzer Debatte wurde heute das ethisch umstrittene Humanforschungsgesetz vom Ständerat unter Dach und Fach gebracht. Der Forscherlobby zum Trotz bleibt darin die Wahrung der Menschenwürde oberstes Gebot. Der Basler Appell gegen Gentechnologie kritisiert jedoch, dass eine klare gesetzliche Regelung der Biobanken noch immer fehlt.

In der synthetischen Biologie sollen biologische Systeme erzeugt werden, die in der Natur nicht vorkommen. Die Technologie ist eng verknüpft mit der Gentechnik. Wieder einmal sind die Hoffnungen enorm. Der geplante Einsatz dieser neuen, lebendigen Mikromaschinen reicht von der Medizin und der Herstellung von Biowaffen bis zur Landwirtschaft und Energieerzeugung. Wie sich die Verbreitung synthetischer Organismen auf die Umwelt auswirkt, kann allerdings wie immer bei neuen Technologien nicht abgeschätzt werden. Die synthetische Biologie wirft wichtige Fragen auf, mit denen man sich frühzeitig beschäftigen muss. Es sind nicht nur Überlegungen zum Risiko, sondern grundlegende Fragen, die unser Selbstverständnis als Menschen und unseren Umgang mit unserer Umwelt betreffen.
Der Basler Appell gegen Gentechnologie hat sich aus aktuellem Anlass für die Produktion der vorliegenden Broschüre entschlossen. Denn es macht Sinn, Technologien, von denen sich die Promotoren Wunder erhoffen, von Beginn an kritisch zu beleuchten. Die Diskussion der Risiken muss unbedingt in Gang kommen. Und gesetzliche Kontrollmechanismen sind gefragt, um dem Eintrag von synthetisch hergestellten Organismen in die Umwelt vorzubeugen.

Es kommt uns alles sehr bekannt vor: Auch die Gentechnologie wurde vor gut 30 Jahren als Schlüsseltechnologie gepriesen, die Wunder vollbringen sollte. Landwirtschaftliche Erträge sollten sich vervielfachen, Hungerprobleme bekämpft werden. Und grosse Herausforderungen in der Medizin wie etwa Krebs sollten elegant und schnell besiegt werden. Inzwischen hat sich Ernüchterung breit gemacht. Die Risiken der damals neuen Technologie sind noch immer unzureichend erforscht. Die Revolution in der Landwirtschaft ist ausgeblieben. Und es ist ruhig geworden um hochgejubelte medizinische Verfahren wie die Gentherapie. Es ist zu vermuten, dass der Mensch auch mit Hilfe der Nanotechnologie keine Wunder vollbringen wird. Trotzdem investiert die öffentliche Hand enorme Summen in die Erforschung der Kleinstteilchen. Die Wirtschaft treibt deren Einsatz in der Praxis bereits heute mit grossen Schritten voran. Eine Risikobewertung hingegen ist häufig oberflächlich oder inexistent. Ebenso fehlt es an Transparenz: Vielerorts werden Nanopartikel eingesetzt, ohne dass KonsumentInnen und PatientInnen informiert sind.
Dem Basler Appell gegen Gentechnologie ist es deshalb ein Anliegen, die Nanotechnologie zu hinterfragen. In dieser Broschüre beschränken wir uns auf Projekte, die Verbindungen zur Gentechnologie haben. Doch nur schon in diesem Teilbereich gibt es genügend offene Fragen, die eine breite Diskussion der Nanotechnologie verlangen.