Basler Appell

 

Letzte Meldungen

22. Februar 2012
Noch mehr Nanopartikel am Hochrhein

Bereits seit 2007 produziert BayerMaterialScience auf dem Gelände der Firma H.C. Starck am Hochrhein in Laufenburg (D), direkt an der Schweizer Grenze, Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Diese Nano-Tubes sind winzige Röhrchen aus Kohlenstoff mit einem Durchmesser zwischen einem Fünf-Zehntausendstel eines menschlichen Haares. In Verbindung mit anderen Stoffen bewirken sie eine Verbesserung von deren Eigenschaften, beispielsweise der Stabilität. Verwendung finden sie in Lacken, Rotorblättern und diversen Sportgeräten. Bisher läuft der Betrieb als Versuchsanlage, eine spezielle Risikoprüfung fand nicht statt. Nun gibt es einen Antrag auf Ausweitung als Produktionsanlage für eine Jahresproduktion von 75 Tonnen. Vor dieser Ausweitung warnt nun neben anderen die «Ökologische Ärzteinitiative Hochrhein». Die Umweltmedizinierin Barbara Dohmen sieht in der Produktion und Verwendung von Nanotubes ein grosses Gefährdungspotential für die menschliche Gesundheit. Die winzigen Partikel könnten wie Asbestfasern über die Atemwege oder Haut in den Körper gelangen und dort Krebs oder Lungen- und Herzerkrankungen auslösen.  Nähere Informationen auf den Seiten der BayerCoordination.


21. Februar 2012
USB-Stick sequenziert DNA in Sekunden

Das in Oxford ansässige Unternehmen Nanopore Technologies hat einen USB-Stick namens "MinION" entwickelt, der genetischen Code im Schnellverfahren sequenzieren kann. So soll er für die Entschlüsselung des Erbmaterials von Bakterien und Viren nur wenige Sekunden benötigen. Das Gerät lässt sich an handelsübliche Computer anstecken und könnte weitreichende Auswirkung auf die Genomforschung haben. Nanopore arbeitet nun an einer leistungsfähigeren, größeren Ausgabe des Geräts. Dieses trägt den Namen GridION und soll den Prozess noch schneller abwickeln und größere Genome verarbeiten können. Das derzeitige Limit liegt bei 10.000 Basenpaaren. MinION soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen und wird voraussichtlich 900 Dollar (aktuell rund 680 Euro) kosten. Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts soll damit schätzungsweise sechs Stunden in Anspruch nehmen.(www.pressestext.com)


16. Februar 2012
Aktion gegen genmanipulierte Luzerne in Kanada

Mit diesem Video hat das Canadian Biotechnology Action Network zusammen mit einer Reihe von kanadischen Biofarmern eine Aktion gegen die Einführung von Monsantos herbizidtolerantem (Roundup Ready) Alfalfa (=Luzerne) gestartet. Der dreiminütige Spot zeigt die Bedeutung von Alfalfa für die bäuerlichen Familienbetriebe. Die letzten fünf Jahre ist es den Bauern gelungen, das GM-Alfalfa zu verhindern. Nun startet Monsanto einen neuen Versuch, die genmanipulierten Pflanzen auf den Markt zu bringen. Man fürchtet negative Auswirkungen auf die biologische und konventionelle Landwirtschaft. Da die Bestäubung in erster Linie durch Bienen und Hummeln erfolgt, wird eine Kontamination der Umwelt nicht verhindert werden können. Nähere Informationen bei CBAN.


15. Februar 2012
Synthetische Biologie: Forschung an Supervirus gestoppt

Niederländische Virologen haben das Vogelgrippe-Virus H5N1 so manipuliert, dass ein extrem gefährliches, besonders leicht übertragbares Grippevirus entstand. Mit dem Killer-Virus will der Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam herausfinden, welche Mutationen im Erbgut für die Extremen Ansteckungsraten verantwortlich sind. Die brisanten Forschungsergebnisse dürfen nun nicht in den entsprechenden Fachzeitschriften erscheinen. Das National Science Advisory Board for Biosecurity aus den USA hat eine Veröffentlichung aus Sicherheitsgründen verhindert. Noch in dieser Woche soll Fouchier der Weltgesundheitsorganisation WHO Rechenschaft über seine Forschung ablegen. Es bestehen Bedenken, dass die Super-Viren als Biowaffe eingesetzt werden könnten. Nun wird erneut eine Diskussion über Fragen der Biosicherheit angestossen. Weltweit wird in einem grossen Teil der Virenlabore mit hochgefährlichen Erregern hantiert. Die Gefahr, dass ein Virus aus Versehen freigesetzt wird, ist gross.  (Der Spiegel Nr. 7 vom 13.2.2012)


13. Februar 2012
Urteil gegen Genkonzern

Es könnte ein wegweisendes Urteil sein: Das französische Landgericht in Lyon verurteilte den US-Konzern Monsanto zu einer Entschädigungszahlung an den Getreidebauern Paul François. Der 47 Jahre alte Landwirt leidet unter neurologischen Problemen, darunter Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und Stottern. Der Bauer hatte 2004 das Unkrautvernichtungsmittel Lasso eingeatmet und wirft Monsanto vor, nicht genügend vor Gefahren gewarnt zu haben. Monsanto, gleichzeitig Agrochemiekonzern und weltgrößter Saatguthersteller, zeigte sich enttäuscht von dem Urteil und schloss nicht aus, in Berufung zu gehen. Bisher sind Landwirte immer wieder mit Klagen gegen Hersteller von Schädlingsbekämpfungsmitteln gescheitert, weil kein direkter Zusammenhang zwischen Krankheit und dem Einsatz der Pestizide nachgewiesen werden konnte. (Spiegel-Online vom 13.2.2012)


12. Februar 2012
Nanopartikel verändern Eisenaufnahme im Darm

Die Erforschung möglicher Risiken und Nebenwirkungen von Nanopartikeln hinkt der Vermarktung der Produkte stark hinterher. Forscher um Michael L. Shuler von der Cornell University in Ithaca (US-Bundestaat New York) berichten nun im Fachblatt «Nature Nanotechnology», dass Nanopartikel aus einem bestimmten Kunststoff - durch den Mund aufgenommen - die Aufnahme von Eisen im Magen-Darm-System stören können. Der verwendete Kunststoff kommt beispielsweise in Lebensmittelverpackungen zum Einsatz. Nach Angaben der Wissenschaftler gilt der Stoff als ungiftig für den Körper. Die Forscher testeten die Partikel an Kulturen aus menschlichen Zellen, die den Darm auskleiden. Eine hohe Dosis der Nanoteilchen führte den Angaben zufolge an den Zellkulturen zu einem gesteigerten Eisentransport, weil die Zellmembran beeinflusst wurde. Bei Hühnern zeigten sich Unterschiede in der Eisenaufnahme, je nachdem ob sie über mehrere Wochen Nanopartikel gefüttert (chronisch) oder sie einmalig direkt in den Dünndarm verabreicht bekamen. Die Forscher betonen jedoch, dass weitere Studien notwendig sind, um Schlüsse zur Wirkung von Nanopartikeln ziehen zu können. (Spiegel-Online vom 12.2.2012)


10. Februar 2012
Biolandbau hat die Nase vorn

Nur ein verschwindend kleiner Anteil (0.1 Prozent) des in Europa kultivierten Ackerlandes wird mit gentechnisch veränderten Pflanzen bepflanzt. Ein weit grösserer Anteil (4 Prozent) entfällt zur Zeit auf den Biolandbau. Dies belegen Zahlen aus einem Bericht von Friends of the Earth Europe. Die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen konzentrierte sich 2011 auf den Anbau von Bt-Mais MON810 in Spanien und Portugal. In Tschechien haben sich die Bt-Mais-Flächen kaum verändert. Kleinere Anbauversuche gibt es in Polen, Rumänien und der Slowakei. Dagegen ist in Deutschland, Frankreich und weiteren EU-Ländern der Anbau von MON810-Mais weiterhin verboten. Die 2010 zugelassene gv-Kartoffel Amflora beschränkt sich 2011 auf ein 20-Hektar-Feld in Schweden und 2 Hektar in Deutschland (www.transgen.de). 


6. Februar 2012
EFSA bewertet genmanipulierte Tiere

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat Leitlinien veröffentlicht, mit deren Hilfe das Risiko von Lebensmitteln bewertet werden soll, die von oder aus genmanipulierten Tieren erzeugt wurden. Wie bei transgenen Pflanzen sollen auch bei genmanipulierten Tieren die Eigenschaften der Tiere mit konventionellen Gegenstücken gleicher Rasse verglichen werden. Dies gilt für die von solchen Tieren erzeugten Lebensmitteln. Nur wenn ein direkter Vergleich nicht möglich ist, soll eine umfassende Sicherheitsbewertung stattfinden. Zusätzlich sollen Aspekte der Tiergesundheit und des Tierschutzes einbezogen werden. Ethische und sozial-ökonomische Fragestellungen seien nicht Gegenstand der Leitlinie, schreiben deren Autoren. In einem offenen Brief an die Kommission haben zahlreiche europäische Bio-, Tierschutz-, Umwelt- und Bauernverbände das Vorgehen der EFSA und der Kommission als Auftraggeber gerügt. Sie fordern eine breite gesellschaftliche Debatte, ob solche Lebensmittel überhaupt zugelassen werden sollen.


3. Februar 2012
Genversuch auf Schockemöhle-Gestüt abgesagt

Ein auf dem Lewitz-Gestüt des ehemaligen Weltklasse-Springreiters Paul Schockemöhle geplanter Versuch, Fohlen mit einem gentechnisch veränderten Bakterium zu impfen, wird es nach Informationen des NDR Nordmagazins nicht geben. Der Leiter des Gestüts teilte mit, man werde aufgrund der heftigen Reaktionen auf das Experiment verzichten. Geplant war, Fohlen gegen Lungenentzündug zu impfen. In einem Quarantänestall sollten die Tiere anschließend beobachtet werden. Da der Stall zu einer Seite hin offen ist, hatten Anwohner und Umweltschützer angekündigt, gegen den Versuch vorzugehen. Sie fürchteten eine unkontrollierte Ausbreitung der Bakterien.


3. Februar 2012
Einspruch gegen Melonen-Patent

Die bekannte indische Aktivistin Vandana Shiva und die europäische Koalition «Keine Patente auf Saatgut» legen heute gemeinsam Einspruch ein gegen das europäische Patent EP1962578. Patentiert wurde eine natürlicherweise vorkommende Resistenz bei Melonen gegen ein pflanzenschädliches Virus. Die Melone, von der die Resistenz stammt, kommt ursprünglich aus Indien. Der US-Konzern Monsanto erhielt das Patent im Mai 2011 vom Europäischen Patentamt (EPA) in München. Die Kritiker weisen darauf hin, dass das Patent erteilt wurde, obwohl Patente auf konventionelle Züchtungen in Europa verboten sind. Ausserdem handle es sich bei diesem Patent um Biopiraterie - ein Vergehen, das Vandana Shiva und ihre Organisation Navdanya bewogen hat, diesen Einspruch zu unterstützen.


31. Januar 2012
Haut ohne Stammzellen in Hirnzellen verwandelt

Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine haben bei Mäusen Hautzellen direkt in Zellen umgewandelt, die sich zu den Hauptbestandteilen des Gehirns entwickeln. Bei diesem Experiment wurde auf den Einsatz von Stammzellen in der Mitte dieses Vorgangs verzichtet. Der Einsatz von Stammzellen wurde immer wieder kontrovers diskutiert. Trotz ihres Potenzials für die Medizin bleibt eine der großen Fragen, wie sie gewonnen werden. Der Einsatz von embryonalen Stammzellen hat häufig zu ethischen Bedenken geführt. Zusätzlich müssten Patienten Immunsuppresiva einnehmen, da das so gewonnene Gewebe nicht ihrem eigenen entsprechen würde. Ein anderer Ansatz hat versucht, Hautzellen wieder zu induzierten Stammzellen umzuprogrammieren. Für die aktuelle Studie wurde eine andere Option gewählt. Die Hautzellen eines Menschen sollten sich direkt in spezialisierte Zellen verwandeln. Es ist bereits gelungen, Hautzellen direkt in Neuronen umzuformen. Dabei entstanden neurale Vorläuferzellen, die sich zu drei Arten von Gehirnzellen entwickeln können: Neuronen, Astrozyten und Oligodendrozyten. Diese Vorläufer haben den Vorteil, dass sie im Labor in großen Mengen hergestellt werden können. 


27. Januar 2012
Erstes PID-Baby in Deutschland geboren

Bei der Präimplantationsdiagnsotik (PID) werden die bei einer küsntlichen Befruchtung hergestellten Embryonen auf Gendefekte hin untersucht, bevor sie in die Gebärmutter eingesetzt werden. Das Verfahren ist in der Schweiz zur Zeit noch verboten, in Deutschland hatte der Bundestag allerdings im vergangenen Sommer eine Lockerung der Gesetzgebung beschlossen.

In der Universitätsklinik in Lübeck ist nach Angaben von «Spiegel online» nun das erste Baby Deutschlands geboren worden, bei dem eine PID zum Ausschluss eines einzelnen Gendefekts durchgeführt wurde. Auch in München gebe es zur Zeit eine Schwangerschaft nach einer PID-Untersuchung wegen einer monogenetischen Erkrankung.


25. Januar 2012
Grossversuch mit genmanipuliertem Impfstoff geplant

Ab diesem Frühjahr will der Pharmahersteller Intervet in Ostdeutschland ein neues Freilandexperiment mit einem genmanipulierten Lebend-Impfstoff für Pferde durchführen. Der dreijährige Grossversuch soll auf einem Gestüt in Mecklenburg-Vorpommern an 240 Stuten und deren Fohlen durchgeführt werden. Eingesetzt würde der fertige Impfstoff nach seiner Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur in Zuchtfabriken, in denen mehrere tausend Pferde auf engstem Raum gehalten werden.

Besonders brisant ist der Versuch, da sich immunschwache Menschen bereits mit dem ursprünglichen Bakterium infizieren können, so Anja Sobczac, Gentechnik-Expertin beim Umwelt-Institut in München. Die Folgen einer Erkrankung durch ein manipuliertes Bakterium sind nicht abzuschätzen. Auch die Folgen für Tiere und Umwelt sind unbekannt. Selbst der Hersteller räumt ein, dass die Auswirkungen auf die Umwelt nicht klar sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein neues, völlig unbekanntes Bakterium bildet.


23. Januar 2012
Erneutes Patent für Myriad Genetics

Myriad Genetics, eine der weltweit führenden Firmen im Bereich der medizinischen Diagnostik, hat sich ein weiteres menschliches Gen (RAD51C) patentieren lassen. Varianten des Gens werden mit erblichen Formen von Brust- und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht - Myriad hofft nun, einen entsprechenden, kommerziell einsetzbaren Gentest entwickeln zu können. Das Unternehmen hält ausserdem Patente auf das sogenannte BRCA1- und das BRCA2-Gen, weitere Gene, die im Zusammenhang mit der Entsehung von Brustkrebs stehen. Auch hierzu vertreibt das Unternehmen die passenden Gentests. Allerdings ist nicht nur die Patentierung menschlicher Gensequenzen äusserst fragwürdig, sondern auch die Strategie von Myriad Genetics: Die Patente erlauben es dem Unternehmen, die Gentests zu total übrrissenen Preisen auf den Markt zu bringen. (Bionews vom 23.1.2012)


21. Januar 2012
Grossdemo in Berlin: Ein voller Erfolg!

23.000 Menschen zogen am 21. Januar 2012 vom Hauptbahnhof vor das Bundeskanzleramt in Berlin, ihr gemeinsames Motto: "Wir haben es satt!". Über 90 unterschiedliche Organisationen – Verbraucher, Umwelt- und Tierschützer, Imker, Bäuerinnen und Bauern – protestierten gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für eine bäuerliche, ökologische und zukunftsfähige Landwirtschaft.


19. Januar 2012
Besserer Tierschutz EU-weit geplant

Die Europäische Kommission hat eine neue Strategie für ein umfassendes Tierschutzrecht in der EU verabschiedet. Damit soll auch verhindert werden, dass die Mitgliedstaaten, in denen laxe Vorschriften gelten, Wettbewerbsvorteile haben. Als Beispiel nannte der zuständige EU-Kommissar John Dalli die mangelnde Umsetzung des Verbots der Käfighaltung für Legehennen durch einige EU-Länder. Das habe deutlich gemacht, dass in verschiedenen Mitgliedstaaten nach wie vor Probleme beim Tierschutz bestünden, sagte Dalli am 19. Januar.

2006 verabschiedete die Kommission erstmals eine Tierschutzstrategie, den Aktionsplan der Gemeinschaft für den Schutz und das Wohlbefinden von Tieren 2006-2010. In der EU werden etwa zwei Milliarden Vögel (Hühner für die Fleischproduktion, Legehennen, Truthühner, Enten und Gänse) und 300 Millionen Säugetiere (Kühe, Schweine, Schafe) in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Zudem gibt es schätzungsweise etwa 100 Millionen Hunde und Katzen.


16. Januar 2012
Demo am 21. Januar in Berlin:«Wir haben es satt!»

Im Rahmen der Kampagne «Meine Landwirtschaft» rufen über 90 Organisationen dazu auf, am 21. Januar für einen Systemwechsel in der Agrarpolitik in Berlin auf die Strasse zu gehen. Das Motto: «Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie». Der letzte Antibiotika-Skandal, zunehmende Hungerkatastrophen wegen nicht eingedämmter Spekulationen mit Lebensmitteln und alarmierendes Artensterben aufgrund der zunehmenden Monokulturen auf den Feldern zeigen deutlich die Risiken der industriellen Lebensmittelproduktion für Mensch, Tier und Umwelt auf. Nur eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft ist zukunftsfähig, ein Richtungswechsel der Agrarpolitik ist überfällig. Nur ein Systemwechsel in der Landwirtschaft kann Verbraucherschutz gewährleisten und die Herausforderungen des Klimaschutzes, der Hungerbekämpfung und des Artenrückgangs lösen. So zu lesen in der Pressemitteilung der Kampagne «Meine Landwirtschaft» vom 16.1.2012. Details zur Demo am 21.1.2012 wie die Anreise, das Programm und News sowie der Clip zur Demo finden sich hier


15. Januar 2012
BASF verlegt Zentrale für güne Gentechnik in die USA

Trotz anhaltender Ablehnung der Europäer, allen voran der Deutschen, gegen genmanipulierte Lebensmittel investiert der Chemiegigant BASF jährlich 150 Millionen Euro in die Forschung für Gentechnik in der Landwirtschaft. Nun zieht der Konzern einem Bericht in der «Wirtschaftswoche» zufolge offenbar Konsequenzen und will die Zentrale der BASF Plant Science nach Amerika verlegen. Dies würde einen massiven Arbeitsplatzabbau in Deutschland mit sich bringen. Schon seit mehr als einem Jahr entwickelt der Konzern keine Pflanzen mehr ausschliesslich für den europäischen Markt. Intern soll nun auch die Zukunft der BASF-Genkartoffel Amflora zur Debatte stehen. Mehr als zehn Jahre lang hatte das Unternehmen bei der EU-Kommssion um die Zulassung gekämpft, bevor diese im März 2010 erteilt wurde. Allerdings erwies sich auch Amflora bisher als Flopp: Der durchschlagende Erfolg der Stärkekartoffel blieb aus, nach ersten unbeabsichtigten Vermischungen mit herkömmlichen Kartoffeln in Schweden hatte man den Anbau gestoppt.


12. Januar 2012
Genügend gentechnikfreie Soja auf dem Markt

Die Agro-Gentechniklobby behauptet, gentechnikfreie Futtermittel und vor allem Soja, würden immer knapper. Das brasilianische Zertifizierungsunternehmen Cert ID tritt dem jetzt entgegen und gibt an, dass die Menge an zertifiziert gentechnikfreiem Soja auf dem Markt nun im zwölften Jahr weiter stetig ansteige. Im Jahr 2011 wurden allein in Brasilien über 7 Mio Tonnen Sojabohnen als gentechnikfrei zertifiziert. Diese Bohnen stammen aus konventionellem gentechnikfreiem Anbau und enthalten keine Verunreinigungen. Das Unternehmen betont, dass Brasilien über Jahre hinaus in der Lage sei, die Nachfrage nach gentechnikfreiem Soja zu befriedigen. Nur ein Teil des gentechnikfreien Anbaus von Sojabohnen wird auch zertifiziert. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass bis zu 30 Prozent der brasilianischen Sojaproduktion von 73 Mio Tonnen jährlich gentechnikfrei sind. Neben diesem Anteil in Brasilien produzieren Indien und China Soja komplett gentechnikfrei. Von einem Engpass kann also gar keine Rede sein.  


12. Januar 2012
Geschenk für Monsanto - USA lässt neue Maissorte zu

Die USA haben den Anbau einer trockentoleranten Maissorte von Monsanto zugelassen. Monsanto hat für MON87460 bereits 2009 in Europa einen Antrag auf Zulassung gestellt, der aber noch offen ist. Der Mais enthält ein bakerielles Gen, mit dessen Hilfe die Zellen der Pflanze ein spezielles Kälte-Schock-Protein bilden. Dies soll bei Wassermangel dazu beitragen, wichtige Zellfunktionen aufrechtzuerhalten - das verspricht zumindest die Werbung von Monsanto. Der Mais ist in Zusammenarbeit von Monsanto und BASF entstanden.

Monsanto behauptet, dass der neue Mais in Trockenzeiten ohne zusätzliche Bewässerung bis zu zehn Prozent höhere Erträge liefere als konventionelle Sorten. Das US-Landwirtschaftsministerium widerspricht dem aber. Bei Feldversuchen der Behörde erreichte MON87460 nämlich nur vergleichbare Erträge wie konventionell gezüchtete Sorten. Die US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists weist darauf hin, dass die klassische Züchtung trockentolerantes Saatgut schneller, günstiger und effektiver entwickelt hat. GMWatch hat einige dieser Zuchterfolge zusammengestellt. In den zehn Jahren, in denen die Agro-Genmultis vollmundige Versprechungen ablieferten, hat die gentechnikfreie Züchtung erfolgreiche eine Vielfalt trockentoleranter Nahrungspflanzen entwickelt, auch dürretolerante Maissorten, die bereits in zahlreichen Ländern verfügbar sind, die sich die betroffenen Bauern auch leisten können und von denen sie profitieren können. Bei Monsantos neuem Mais wird der Profit allein beim Konzern liegen. Nur wenige Bauern in den Ländern, die von der Dürre besonders bedroht sind, werden sich das Monsanto-Saatgut leisten können.


5. Januar 2012
gv-Insekten bald auch in Grossbritannien?

GeneWatch zufolge will die britische Firma Oxitec noch in diesem Jahr genmanipulierte Kohlmotten in Grossbritannien aussetzen. Den (männlichen) Insekten, die auch noch fluoreszierend gekennzeichnet werden sollen, wird ein letales Gen eingebaut, so dass sie nur kurz überleben können. Die mit der Wildpopulation gezeugten Nachkommen, sollen dann ebenso schnell zu Grunde gehen. Ziel ist es, so die Vorkommen der Insekten dauerhaft zu dezimieren. Gegen das Vorhaben hat sich jetzt aber heftiger Widerstand formiert, da die Auswirkungen nicht abschätzbar sind. Auf dem Agrarsektor arbeitet Oxitec auch eng mit Syngenta zusammen. Durch die zunehmenden Resistenzen bei gentechnisch veränderten Pflanzen, vor allem bei Bt-Mais, Soja und Baumwolle sucht man nach neuen Wegen, um der Insekten Herr zu werden. 

Oxitec ist bereits 2010 negativ in Erscheinung getreten: Ohne die lokale Bevölkerung zu informieren, wurden einige Millionen genmanipulierter Denguemücken auf den Cayman Inseln ausgesetzt.

Widerstand ist auch aus den USA zu vernehmen: ein Projektstart in Key West, Florida wurde erst einmal verschoben, da die Zuständigkeiten nicht geklärt sind.  Auch dort will Oxitec genmanipulierte Mücken aussetzen, die für ihr Weiterleben das Antibiotikum Tetracyclin benötigen.  Friends of the Earth  warnt vor nicht absehbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt. Es fehlen wissenschaftliche Studien, die auch eine mögliche Destabilisierung der Ökosysteme durch die Freisetzung untersuchen.


4. Januar 2012
Moratorium: Keine GVOs in Peru

Noch im Dezember des alten Jahres hat die peruanische Regierung auf Druck von Umweltverbänden, Bauern und lokalen Lebensmittelproduzenten den Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen durch ein Moratorium verboten. Das Moratorium hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Das Anbauverbot ist ein wichtiger Schritt für die Bewahrung der Biodiversität im Land und schützt die lokale Landwirtschaft. Ein Verbot war lange Zeit umstritten in Regierungskreisen. Nun aber haben sich die Vertreter der Zivilgesellschaft und bäuerliche Organisationen durchgesetzt. Weitere Informationen finden sich beim Third World Network Biosafety Information Service


wir wünschen 

ein friedvolles

und gentechnikfreies

neues jahr


27. Dezember 2011

EU-Kommission lässt neue Gentech-Pflanzen zu

Wie der Informationsdienst Gentechnik berichtet, hat die EU-Kommission vier neue gentechnisch veränderte Pflanzen für den EU-Markt zugelassen. Es handelt sich um eine Baumwollart und drei Maissorten, die für Lebens- und Futtermittel verwendet, aber nicht angebaut werden dürfen. Das Zulassungs-Verfahren verlief wie gewohnt: Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde hatte die Pflanzen für sicher erklärt. Die Mitgliedsländer konnten sich auf eine Zulassung nicht einigen, woraufhin der Kommission die Entscheidung überlassen wird. Diese sprach sich nun für die Zulassung aus. EU-Bürgerinnen und Bürger dürften dies überwiegend als bitteres Weihnachtsgeschenk ansehen. Denn die Mehrheit von ihnen spricht sich immer wieder gegen gentechnisch veränderte Pflanzen aus. Und die Lebensmittelindustrie reagiert: Immer mehr Hersteller achten mittlerweile auch beim Tierfutter auf gentechnikfreie Ware.


21. Dezember 2011

Genfood für norwegische Lachse

Die norwegische Lebensmittelbehörde genehmigt der Futtermittelindustrie die Verwendung 19 verschiedener Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, dazu gehören Soja, Raps und Mais. Zuchtlachse in Aquakulturen können dann mit GVOs gefüttert werden. Die Fischindustrie muss die Verbraucher nicht über die Verwendung gentechnisch manipulierter Organismen im Futter aufklären. Gekennzeichnet wird nur das Futtermittel. Terje Traavik, Professor für Gen-Ökologie an der Universität Tromsø (GenØk) und Mitglied der norwegischen Biotechnologiekommission warnt vor einer Anwendung, da bisher ungeklärt ist, ob GVOs im Futtermittel sich schädlich auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auswirken. Die Verbraucher werden von norwegischen Umweltverbänden aufgerufen, Lachse aus Aufzuchtanlagen vom Speiseplan zu streichen. Hierfür gäbe es noch eine Reihe anderer, guter Gründe! Die Nachricht hat die norwegische Öffentlichkeit aufgerüttelt und es regt sich Widerstand gegen die schleichende Inverkehrbringung von GVOs über das Fischfutter. Nähere Informationen auf den norwegischen Seiten von GenØk, Zentrum für Biosicherheit, Universität Tromsø, Norwegen.


16. Dezember 2011

Genmanipulierter Raps entdeckt

Das Bundesamt für Umwelt BAFU baut ein Monitoringsystem auf, damit die Existenz von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Umwelt frühzeitig erkannt werden kann. Zumindest das System dürfte funktionieren: bereits im Sommer hat das BAFU an einem Bahndamm in Lugano gentechnisch veränderte Rapspflanzen des US-Konzerns Monsanto gefunden. Eine Freisetzung von Gv-Raps ist weder in der EU noch in der Schweiz erlaubt.  Auch für die Labors, in denen mit genmanipulierten Pflanzen hantiert wird, scheinen die Sicherheitsvorkehrungen nicht auszureichen. Rund um die Universitäten Basel, Lausanne und Zürich wurde einzelne genmanipulierte Pflanzen gefunden. Transportwege und Labors gelten als Unsicherheitsfaktor bei der Handhabung mit genetisch manipulierten Pflanzen. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert den Gesetzgeber auf, konsequente Massnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung genmanipulierter Pflanzen zu verhindern. Das Ziel kann nur eine gentechnikfreie Landwirtschaft sein.  


15. Dezember 2011

Datenbank zu Risiken gentechnisch
veränderter Nutzpflanzen!


Testbiotech hat eine Datenbank zu den Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen, die in der EU bereits zugelassen sind oder kurz vor der Zulassung stehen, entwickelt. Die Datenbank PlantGeneRisk liefert derzeit Informationen über 13 gentechnisch veränderte Pflanzen: vier Soja- und neuen Mais-Pflanzen. Bislang gibt es 38 EU-Zulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln. Die jetzt veröffentlichte Datensammlung, die kontinuierlich ergänzt und erweitert werden soll, gibt erstmalig einen Überblick über Risiken dieser Pflanzen. In den existierenden staatlichen und industrienahen Datenbanken werden die Risiken meist nur am Rande angesprochen.

12. Dezember 2011
EKAH formuliert ethische Anforderungen
an gentechnisch manipulierte Pflanzen


Die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich hat in einem Bericht die ethischen Anforderungen an die versuchsweise und kommerzielle Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen formuliert. Nach Auffassung der Mehrheit der Mitglieder der Kommission fehlen für eine kommerzielle Freisetzung solcher Pflanzen nach wie vor die nötigen Daten für eine angemessene Risikobeurteilung. Hintergrund für den Bericht ist, dass Ende November 2013 das in der Schweiz gültige Moratorium für den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausläuft. Für den Sommer 2012 ist der Schlussbericht des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59 angekündigt.

6. Dezember 2011
BASF, Bayer, Dow, Monsanto, DuPont,
Syngenta: Menschenrechts-Tribunal
verurteilt die 6 grössten Pestizidhersteller

Im indischen Bangalore fand das Permanent Peoples´ Tribunal (PPT) zu Vergiftungen durch Pestizide statt. Mehr als 200 Betroffene und Umweltschützer aus aller Welt präsentierten dem Tribunal Fälle von Umweltzerstörung und schwersten Gesundheitsschäden. Das PPT begann am 27. Jahrestag der Bhopal-Katastrophe, die durch eine Explosion in einer Pestizidfabrik des Konzerns Union Carbide (heute Dow Chemicals) verursacht wurde. Die Heimatländer der verurteilten multinationalen Konzerne sind neben der Schweiz Deutschland und die USA. Der Internationale Währungsfond und die Weltbank haben der Jury zufolge im Rahmen ihrer Vergabepraxis die Einhaltung der Menschenrechte nicht ausreichend berücksichtigt. Die Welthandelsorganisation wurde schuldig gesprochen, eine unausgewogene Politik zu betreiben, indem sie das Recht auf geistiges Eigentum der Konzerne stärker betone als den Schutz vor Langzeitgefahren, die die Unternehmen selbst verursachen. Die Jury verurteilte in ihrer Abschlusserklärung die sechs Unternehmen, die den Weltmarkt für Pestizide und Saatgut dominieren, wegen schwerster Umwelt- und Gesundheitsschäden.


25 Jahre Sandoz-Katastrophe!

Am 1. November 1986 brach bei Sandoz in Schweizerhalle (BL) ein Grossbrand aus. Eine Woche danach hängten zahlreiche KünstlerInnen in der Stadt Basel Protest-Plakate aus. Der Basler Appell gegen Gentechnologie erinnert mit einer Kampagne an die Tage des Schreckens und an den Widerstand, der aus der Brandkatastrophe hervorging.

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«Schweizerhalle»: 
November 1986

Besonders eindrücklich waren die in einer nächtlichen Plakataktion vom 8. November 1986 geschaffenen Zeitdokumente. Spontan und grossflächig wurden in dieser Nacht an Plakatwänden in der ganzen Stadt Basel Gemälde und Zeichnungen sichtbar. Es handelte sich um Zeichnungen, Gemälde, Graphiken und Gedichte, zu Papier gebrachte Emotionen, die so schnell als möglich von den so genannten Plakatfegern wieder entfernt wurden. Trotzdem sind sie unvergessen: Die Kunstwerke wurden rechtzeitig fotografiert und dokumentiert.

Fundierte Kritik bleibt nötig

Mit 120 Plakaten erinnert der Basler Appell gegen Gentechnologie ab dem 26. Oktober an den Schrecken von damals. Eine Woche lang werden die Basler Plakatwände zeigen, was KünstlerInnen nach dem 1. November 1986 anprangerten. Ausserdem wird am 1. November 2011 in der Passarelle des Bahnhof SBB am E-Board ein Kurzfilm zu sehen sein, der Bezug nimmt auf das damalige Katastrophenereignis.

Die vom Basler Appell gegen Gentechnologie lancierte Kampagne soll nicht nur an «Schweizerhalle» erinnern. Sie soll auch Parallelen aufzeigen zu weiteren Katastrophen, die sich seither weltweit ereignet haben. Ein kritischer Umgang mit allen Risikotechnologien ist weiterhin unabdingbar, um sicher zu stellen, dass so genannte «Störfälle» irgendwann tatsächlich der Vergangenheit angehören oder auf Technologien verzichtet wird, die ein nicht absehbares Störfallpotenzial bergen.

> Weitere Plakate finden Sie hier

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