Basler Appell

 

NEU: 
Basler Appell lanciert www.gen-test.info

Der Markt für genetische Untersuchungen wird immer unübersichtlicher. Neu sind Gentests auch in Schweizer Apotheken, Drogerien und Fitnesszentren käuflich. Doch neutrale Informationen zu den verschiedenen Tests sind kaum erhältlich, die notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Beratung fehlt. Aus diesem Grund lanciert der Basler Appell gegen Gentechnologie eine Informationsplattform zum Thema Gentests. www.gen-test.info gibt einen schnellen Überblick über die verschiedenen Testbereiche und zeigt kritische Punkte auf. Die Webseite ist ab sofort verfügbar. Sie soll interessierten Menschen dabei helfen, sich im Wirrwarr der Gentestangebote zurechtzufinden und insbesondere auch Sinn und Nutzen von Gentests hinterfragen.


Seit mehr als 25 Jahren setzen wir uns konsequent ein:

* für die Erhaltung von Artenvielfalt und Lebensqualität
* für eine intakte Umwelt, frei von Gentech-Risiken
* für eine gerechtere Welt, frei von patentierten Naturgütern
* für eine humanere Welt mit ethisch vertretbarer Medizin und Forschung

Der Basler Appell gegen Gentechnologie befasst sich kritisch mit allen Themen der Gentechnologie und anderer Risikotechnologien. Der Verein finanziert sich ausschliesslich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir versenden 6mal im Jahr den Rundbrief AHA! mit aktuellen Informationen. 4mal jährlich geben wir den «Pressespiegel Gentechnologie» heraus.

> Mitglied werden lohnt sich!



Meldungen | April 2014

3. April 2014

684120_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.de.jpg

Bild: I-vista/pixelio.de

EU: Neuregelung für Forschung am Menschen

Ergebnisse klinischer Studien müssen in der EU bald veröffentlicht werden - auch die negativen. Mit der am Mittwoch beschlossenen Neuregelung, die den Kompromissvorschlag vom Dezember 2013 nun final bestätigt, will die EU die Transparenz im Gesundheitssystemerhöhen. Die EU-Kommission hatte im Juli 2012 einen ersten Vorschlag vorgelegt, der zunächst sehr umstritten war. Viele kritische Punkte wurden jetzt auf Druck des EU-Parlaments jedoch geändert. Ohne das zustimmende Votum einer Ethikkommission darf in der EU auch weiterhin keine klinische Prüfung durchgeführt werden. Streit gab es ausserdem um die Forschung an sogenannten nicht einwilligungsfähigen Patienten wie etwa Demenzkranken. Hier drängten einige Mitgliedsstaaten darauf, dass nicht nur Tests, bei denen man ein positives Ergebnis für einen einzelnen Patienten erwartet, zugelassen werden, sondern auch sogenannte «gruppennützige Forschung». Hier würde der Einzelne nicht um seine Zustimmung zum Pharmatest gebeten. Ein Teil der Politiker empfand dies vertretbar, sofern diese Tests nur mit minimalen Risiken und minimaler Belastung für den Einzelnen verbunden seien. Letztlich konnten sie sich aber nicht durchsetzen.(www.spiegel-online.de)


2. April 2014

Erneut gefälschte Stammzellstudie

Wissenschaftler sprachen schon von einer neuen Ära der Stammzellbiologie. ForscherInnen hatten berichtet, Zellen auf denkbar einfache Weise verjüngt zu haben. Nun beschuldigt das Riken-Institut im japanischen Kobe seine eigene Forschungsleiterin, sie habe in der Arbeit stellenweise manipuliert und gefälscht. Dieses Ergebnis einer internen Untersuchung gab das Institut bekannt. Ausgelöst hatten die internen Untersuchungen Zweifel an einigen Darstellungen und Formulierungen in dem Papier, das Ende Januar im britischen Fachblatt «Nature» erschienen war. Darin hatten die Wissenschaftler aus Japan und den USA berichtet, dass sie unter anderem mit Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Die Forscherin wies die Anschuldigungen über ihren Anwalt jedoch energisch zurück. Das Institut plant, die Ergebnisse innerhalb eines Jahres zu überprüfen. Dabei sollen Labortests wiederholt werden. Ob Obokata und ihre Mitautoren das Papier zurückziehen, bleibt unklar. (www.spiegel-online.de)



Meldungen | März 2014

26. März 2014

url.jpegBild: Entnahme von Eizellen, www.unipublic.uzh.ch

Debatte zur Eizellenspende

Bereits im Januar hat die nationalrätliche WBK der Parlamentarischen Initiative des Waadtländer Nationalrates Neirynck zur Zulassung der Eizellspende in der Schweiz Folge geleistet. Der Herr Nationalrat ist der Auffassung, dass es keinen biologischen oder ethischen Grund gäbe, zwischen der Eizellspende und der Samenspende zu unterscheiden (siehe Foto!). Bedauerlich, dass dieser Argumentation, die jeglicher Grundlage entbehrt, eine Mehrheit gefolgt ist. Jetzt ist die WBK des Ständerates gefragt. In der Sitzung am 10. April wird die Vorlage beraten. Es scheint, als wolle man jetzt schnell noch alle möglichen Wünsche der Reproduktionslobby erfüllen. Die Gelegenheit ist günstig, denn das Fortpflanzungsmedizingesetz wird ohnehin für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik überarbeitet. Man darf gespannt sein, wieviele Schweizerinnen ihre Eizellen zur Verfügung stellen werden. Die Eizellenspende führt zur auch zur ökonomischen Ausbeutung von Frauen, die aus finanziellen Gründen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. (Argumente gegen die Eizellenspende)


18. März 2014

Reckenholz.jpg

Bild: www.lid.ch

gv-Weizen in Reckenholz

Noch im März will die Uni Zürich Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Weizenlinien beginnen. Agroscope hat dafür in Reckenholz eine Protected-Site eingerichtet, auf der der mehltauresistente gv-Weizen dann ungestört vor sich hinwachsen soll. Wieder einmal will man die Möglichkeiten und Grenzen von gv-Pflanzen untersuchen. Wieder einmal wird ein Batzen Steuergelder für unnütze Versuchsreihen verschwendet, der besser in der Forschung zum ökologischen Landbau eingesetzt würde. Trotz Anbaumoratorium in der Schweiz sind solche überflüssigen Freisetzungsversuche erlaubt. Agroscope lädt zur Besichtigung und Medienkonferenz am 19.3. um 10.15 direkt vor Ort ein. Wir vom Basler Appell sagen: Schluss damit - die Schweizer Landwirtschaft ist gentechfrei und will es bleiben! (Medienmitteilung Basler Appell)


5. März 2014

d28fe95e25.jpg

Bild: www.biovision.ch

Globi, der schlaue Biobauer

2014 ist das internationale Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe. Biovision hat zusammen mit dem Globi-Verlag ein Kinderbuch produziert. Es erzählt, wie Globi seinen Bauernhof auf ökologische Landwirtschaft umstellt und bei einer Reise nach Afrika von einer Kleinbäuerin lernt. Zu bestellen http://www.biovision.ch/news/shop/

 



3. März 2014

rapsfeldbluete1_zoom.jpg

Bild: www.transgen.de

GVO-Monitoring Schweiz: Keine neuen Fundorte

Seit 2011 führt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Umweltmonitoring durch, um in der Umwelt unbeabsichtigte Verunreinigungen mit GVO nachzuweisen. Auch 2013 untersuchte man Rapspflanzen an drei Standorten mit erhöhtem Risiko für eine unbeabsichtigte Freisetzung (Silo, Oelmühlen). Dort wurden keine GVO-Pflanzen nachgewiesen. Allerdings fand man an einem bekannten verunreinigten Standort (Hafen Kleinhünigen) neben der schon im Jahr 2012 gefundenen transgenen Rapslinie Spuren einer zweiten GVO-Rapslinie.  Am selben Standort fand man zudem zwei herkömmliche Rapspflanzen, die transgene Samen trugen. Im Rahmen der Umweltüberwachung wird auch der von Honigbienen gesammelte Pollen auf den Gehalt von GVO-Pollen untersucht. 2013 wurden bei der Untersuchung von Rapspollen aus den Grenzkantonen Schaffhausen und Genf jedoch keine Anteile von GVO-Pollen festgestellt. (Medienmitteilung BAFU)



Meldungen / Archiv

2013
> November / Dezember
> September / Oktober
> Juli / August
> Mai / Juni
> März / April

> Januar / Februar


Meldungen | Februar 2014

26. Februar 2014

Patentamt unterstützt Monsanto!

url.jpeg

Bild: www.soja-wissen.de

Das Europäische Patentamt erteilt heute dem GenMulti Monsanto ein Patent auf die Untersuchung und Auswahl von Sojapflanzen (EP08742297), die an unterschiedliche klimatische Bedinungen angepasst sein sollen. Betroffen sind wilde und gezüchtete Sojapflanzen aus Australien und Asien. Für die konventionelle Züchtung beansprucht Monsanto ein Monopol auf die Verwendung von mehreren 100 Genvarianten, die bei diesen Pflanzen natürlicherweise vorkommen. Das Patentamt ebnet den Weg für Monsanto, die Kontrolle über die genetische Vielfalt zu erlangen. Diese wird benötigt, um beispielsweise Nutzpflanzen an den Klimawandel anzupassen. (no patents on seeds)
 


20. Februar 2014

Panne: Patent auf konventionelle Züchtung erteilt

imgres.jpeg

Bild: discounto.de

Das Europäische Patentamt hat gestern ein Patent auf Wassermelonen für die Firma H.M. Clause erteilt, die zum französischen Konzern Limagrain gehört (EP 1816908). Die Pflanzen sollen mehr Verzweigungen und kleinere Früchte als üblich haben. Das Patent erstreckt sich auf Saatgut, die Pflanzen und die Melonen. Allerdings wurden die Pflanzen durch Kreuzung und Selektion erzeugt, also per Standardverfahren, die laut europäischen Patentgesetzen nicht patentiert werden dürfen. Das EPA konnte die Erteilung wegen angeblich «technischer Verfahrensfehler» nicht mehr stoppen. (no patents on seeds)

 


13. Februar 2014

Eizellenspende, Leihmutterschaft: Ethikkommission kennt keine Grenzen!

Leihmutterschaft-in-Deutschland-2-300x240.jpg

Bild: mammi-net.de

Die Nationale Ethikkommission NEK unterstützt mit einer heute veröffentlichten Stellungnahme die aktuellen Bestrebungen in der Schweizer Politik, alles technisch Machbare in der Fortpflanzungsmedizin zuzulassen. Von der PID für alle IVF-Fälle, über die Eizellenspende und Embryonenspende bis hin zur Leihmutterschaft halten die EthikerInnen alles für legitimierbar. Die Grenzen sind fliessend und die Wunschliste der Reproduktionsmedizin soll jetzt abgearbeitet werden, wo man doch sowieso das Fortpflanzungsmedizingesetz ändert. Der Basler Appell gegen Gentechnologie weist seit langem darauf hin, dass der ethische Dammbruch eingeleitet ist. Dass die EthikerInnen sich jetzt auch auf das hanebüchene Argument, die Eizellenspende müsse wegen der Gleichberechtigung zugelassen werden, versteifen, wirft wirklich ein schlechtes Licht auf die Truppe. (Medienmitteilung Basler Appell)

 


 

12. Februar 2014

 

genmais.jpg

Bild: sueddeutsche.de

EU: Genmaissorte 1507 vor Anbauzulassung

Immerhin 19 der 28 Mitgliedsstaaten haben sich im EU-Ministerrat gegen die Zulassung der gv-Maissorte des US-Konzerns Pioneer zum Anbau in der EU ausgesprochen. Eine qualifizierte Mehrheit wurde damit leider nicht erreicht. Der Vorschlag geht nun zurück an die EU-Kommission. Es ist davon auszugehen dass der Antrag trotz Widerstand der Bevölkerung in den meisten EU-Ländern, genehmigt wird. (Neue Zürcher Zeitung)


3. Februar 2014

_fal7100.jpg

Bild: www.evb.ch

Widerstand gegen Paprika-Patent

Heute erhoben 32 Bauern-, Züchter-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus 26 Ländern beim Europäischen Patentamt Einspruch gegen ein Paprika-Patent von Syngenta. Der Einspruch richtet sich gegen ein im Mai 2013 vom Europäischen Patentamt (EPA) gewährtes Patent, das dem Schweizer Konzern Syngenta die exklusiven Rechte auf gegen weiße Fliegen resistente Paprika (oder Peperoni, wie die Schweizer es nennen) sichert. Es ist für viele europäische Länder gültig und bedeutet, dass andere Züchter diese Pflanzen nicht mehr frei zur eigenen Zucht verwenden dürfen. Da diese spezifische Resistenz aus einer wilden jamaikanischen Sorte in eine kommerzielle Paprika eingekreuzt wurde, handelt es sich nach Ansicht der Einsprechenden keinesfalls um eine Erfindung von Syngenta. Bereits im Mai 2012 verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution, die das EPA auffordert, Produkte aus konventioneller Züchtung nicht mehr zu patentieren. Die Behörde ignorierte diese Aufforderung bislang aber und Konzerne wie Syngenta profitieren von dieser Erteilungspraxis.


Meldungen | Januar 2014

30. Januar 2014

baby_banner.png

Gentest-Shop in Basel: Babytest zurückgezogen!

Nach öffentlicher Kritik, dass in dem Gentest-Store und auch per Internet ein Gentest für Babys und Kinder angeboten wird, hat die Firma den Gentest für Babys jetzt für die Schweiz gesperrt. Klickt man auf die entsprechende Seite, findet man den Hinweis, dass diese Tests in der Schweiz nicht erhältich sind. Ob dies nur Augenauswischerei ist, wird sich zeigen.


27. Januar 2014

Gentest-Shop in Basel: Gentests für Babys im Angebot!

In Basel hat ein Flagshipstore für Gentests eröffnet, im Hardhof in der Hardstrasse 52. Das Publikum findet - einseitige - Informationen zu Gentests und kann dann gleich vor Ort einkaufen: Gentest für Gewichtsabnahme, für gezielteren Sport also das ganze Life-Style Programm. Nachh einer Strafanzeige des Basler Appells wird von Swissmedic und der Staatsanwaltschaft geprüft, ob diese Gentests gegen das Gentestgesetz verstossen. Wer sich darauf einlässt, kann davon ausgehen, dass er für sein Geld völlig sinnentleerte Aussagen bekommt und viel Geld für ein unwissenschaftlich und unseriöses Angebot ausgibt. Ein Angebot aber bleibt nicht nur in der rechtlichen Grauzone sondern müsste sofort vom Markt genommen werden: Gentests an Neugeborenen und Kindern! Das Gentestgesetz schreibt eindeutig vor, dass Gentests bei Nichteinwilligungsfähigen nur dann durchgeführt werden dürfen, wenn sie für deren Gesundheit unbedingt nötig sind. Mit dem Genteststore wird eine weitere Grenze überschritten. Wir fordern die zuständigen Behörden auf, endlich zu handeln und diesen illegalen und unseriösen Angeboten einen Riegel vorzuschieben. Die Rechte von Kindern werden verletzt und für Profitmache schamlos ausgenützt. 


10. Januar 2014

Beschwerde gegen EU-Zulassung von SmartStax

Gestern legte Testbiotech, das deutsche Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Beschwerde gegen die Entscheidung der EU-Kommission ein, den gentechnisch veränderten Mais SmartStax in Lebens-und Futtermitteln zuzulassen. SmartStax ist ein Produkt der Konzerne Monsanto und Dow AgroSciences. Der Gentech-Mais produziert sechs verschiedene Insektengifte (Bt-Toxine) und ist resistent gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel (Glyphosat und Glufosinat). Eines der Insektengifte wird auf der Grundlage von synthetischer DNA gebildet und kommt in der Natur bislang nicht vor. Im November 2013 hatte die EU-Kommission den Einsatz von SmartStax in Lebens- und Futtermitteln erlaubt. Mit der Beschwerde will Testbiotech erreichen, dass die Marktzulassung widerrufen wird. Nach den Bestimmungen der EU hat die Kommission zwei Monate Zeit, um zu antworten. Danach besteht eventuell die Möglichkeit, auch den Gerichtshof der Europäischen Union mit diesem Fall zu befassen.