Basler Appell

 

Meldungen | Oktober 2014


20. Oktober 2014

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Bild: No Patents on Seeds

Keine Patente auf Saatgut!

Wir rufen auf zur Demonstration vor dem Europäischen Patentamt in München am 27. Oktober 2014 ab 9 Uhr!

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An diesem Tag findet an der Grossen Beschwerdekammer am Euopäischen Patentamt (EPA) eine öffentliche Anhörung zu Patenten auf Broccoli und Tomaten statt. Der Ausgang des Verfahrens betrifft alle weiteren Patentanträge auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung. «No patents on seeds» ruft aus diesem Anlass zur Demonstration auf. Mit dabei: Die grosse aufblasbare Tomate und der grösste Brokkoli der Welt. Weitere Informationen: www.no-patents-on-seeds.de


16. Oktober 2014

url.jpegBild: netzwelt.de

Geldquelle für Reproduktionszentren: social freezing

Die Konzerne Apple und Facebook haben ihren Mitarbeiterinnen einen finanziellen Zuschuss bis zu 20.000 USD zu gewähren, sollte die Frau sich entscheiden, ihre Eizellen "vorsorglich" einfrieren zu lassen.

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Das Einfrieren von befruchtungsfähigen Eizellen in jüngeren Jahren, soll Frauen die Möglichkeit bieten, Karriere zu machen ohne auf den Kinderwunsch zu verzichten. Da sich in dem Fall fruchtbare Frauen Methoden der künstlichen Befruchtung unterziehen, ist man auf den Begriff des social freezing verfallen. Es hört sich alles so an, als sei dies ein normaler einfacher Schritt, den Frauen vornehmen können. Aber: Die Frauen müssen eine Hormonbehandlung durchlaufen und die Eizellen werden in einem invasiven Prozess entnommen. Beides ist nicht risikofrei. Dazu kommt, dass dann mögliche Schwangerschaften in ein höheres Alter verschoben werden. Und: Die Schwangerschaft passiert nicht einfach so sondern mittels einer künstlichen Befruchtung. Ob diese dann funktioniert, das kann niemand garantieren.

Dass Konzerne jetzt dazu übergehen, diese Möglichkeit ihren Mitarbeiterinnen als besonderen input für die Vereinbarkeit von Kind und Karriere zu verkaufen, ist unseriös. Vielmehr drücken sich auch Apple und Facebook davor, die Arbeitsplätze so zu gestalten, als dass sie sowohl von Männern als auch von Frauen auch mit Kindern vereinbart werden können. Eine fragwürdige Lösung eines Problems, das die Arbeitgeber selber geschaffen haben. Weitere Infos


10. Oktober 2014

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Bild: bmlfuw.gv.at

Trägerstoffe aus gv-Pflanzen in Medikamenten

Die Grüne Nationalrätin Maya Graf hat zum Thema "Zusatzstoffe aus gv-Pflanzen in Medikamenten eine Interpellation eingereicht. 

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Der Basler Appell gegen Gentechnologie hat in einer ausführlichen Recherche festgestellt, dass in der Schweiz mehr als 50 Medikamente auf dem Markt sind, die Zusatzstoffe aufweisen, die aus gentechnisch veränderten Pflanzenteilen stammen. So beispeilsweise Cellulose aus gv-Baumwolle. Die meisten dieser Pflanzen haben keine Zulassung als Lebensmittel, werden aber trotzdem von der Pharma verwendet. Eine Risikoüberprüfung findet nicht statt. Allein die Meldung des Herstellers und eine Kennzeichnung als gv-veränderter Inhaltsstoff reicht in diesem Fall aus. Für die Pharma scheinen andere Gesetze zu gelten: Es gibt eine Übereinstimmung, dass die Konsumenten in der Schweiz keine gv-Produkte vorfinden wollen. Dies müsste um so mehr auch für Medikamente gelten. Zumal es ausreichende Alternativen gibt. Weitere Informationen im AHA.


 


02. Oktober 2014

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Bild: www.cnpso.embrape.br

Monsanto warnt vor Gentech-Soja!

Mitarbeiter von Monsanto waren an einer wissenschaftlichen Publikation beteiligt, in der davor gewanrt wird, dass der Anbau der gentechnisch veränderten Soja Intacta die Ausbreitung bestimmter Schädlinge befördern kann.

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Mögliche Ursache sind laut dieser Veröffentlichung ungewollte Effekte, die durch die gentechnische Veränderung verursacht wurden. Die Soja des AgroMultis Monsanto ist resistent gegenüber dem Spritzmittel Glyphosat und produziert ein Bt-Insektengift. Jetzt haben brasilianische Wissenschaftler zusammen mit Monsanto Mitarbeitern festgestellt, dass bestimmte Schädlinge Spodoptera eridania, die im Soja-Anbau zu erheblichen Schäden führen können, sich schneller entwickeln und länger leben, wenn ihre Raupen an den gentechnisch veränderten Pflanzen fressen. In der Publikation heisst es: "Unsere Ergebnisse sollten als Alarm interpretiert werden, dass der Befall mit S. eridania auf Feldern mit Bt-Sojabohnen zunehmen kann". Deswegen empfiehlt Monsanto jetzt in Feldern mit Gentechnik-Soja zusätzlich Nützlinge auszubringen, um die Raupen in Schach zu halten. Weitere Informationen: testbiotech



Meldungen | September 2014


24. September 2014

Fortpflanzung um jeden Preis?

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Bild: fotolia.com

100 000 Franken liess sich ein Schweizer Paar die Erfüllung des Kinderwunsches kosten. Eine Frau aus Kalifornien hat Zwillinge für sie ausgetragen. Die Leihmutter erhielt dafür 25 000 Franken, den Rest kassierten die Repromediziner in den USA. Vielleicht kassiert auch jemand in der Schweiz? Denn obwohl die Leihmutterschaft hierzulande verboten ist, hört man immer wieder von Fällen, dass Schweizer Ärzte dem betroffenen Paar eine Reise ins Ausland empfehlen oder sogar ein Zentrum empfehlen. Bei der Reise wird es wohl bleiben, denn es ist nicht zu erwarten, dass sich ausreichend Schweizerinnen als Leihmütter zur Verfügung stellen werden, sollte dieses Verfahren jemals hier zugelassen werden. Anbieten werden sich dann auch immer nur Frauen, die das Geld, das sie für das Austragen eines Kindes erhalten, brauchen. Sich auf altruistische Motive zu berufen ist sehr unglaubwürdig. (BaZ) 

22. September 2014

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Kongress: Wir haben es satt!

Unsere Landwirtschaft befindet sich weltweit im Wandel. Eine stetig anwachsende Weltbevölkerung, der Kampf gegen Hunger und Armut, eine gesicherte Energieversorgung sowie die Eindämmung aktueller Umwelt- und Klimaschäden − diese Faktoren sind unmittelbar an die Art und Weise gekoppelt, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Mehr noch: Immer wiederkehrende Tierschutz- sowie Lebensmittelskandale und auch das System industrieller Massenproduktion machen Menschen zunehmend wütend. So kamen 2014 über 30'000 Menschen zur jährlich stattfindenden «Wir haben es satt!»- Demonstration. Doch wie gut kennt sich diese junge und bunte Bewegung, die sich für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft sowie eine gesunde Ernährung stark macht? Ob spannende Vorträge, Workshops, kontroverse Diskussionsrunden oder interaktive Großgruppenformate: Mit dem ersten «Wir haben es satt!»-Kongress soll zusätzlich ein Ort der Begegnung angeboten und der Entwicklung gemeinsamer Visionen angemessenen Raum geben werden. Mit buntem Kulturprogramm und kulinarischen Köstlichkeiten in der Berliner «Markthalle Neun». Info und Anmeldung unter www.wir.haben-es-satt.de


19. September 2014

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Bild: www.syngenta.com

Syngenta betreibt Greenwashing

Vor einem Jahr startete der Schweizer Agrokonzern Syngenta mit viel Tamtam sein Programm für verantwortungsvolles Wachstum, neudeutsch «Good Growth Plan». Der Bericht der Erklärung von Bern (EvB) «More Growth than Good» zieht jetzt eine ernüchternde Zwischenbilanz. Konkret kritisiert die EvB in ihrer Analyse, dass durch die manipulative Selektion der Schlüsselindikatoren längst nachgewiesene Negativeffekte der aktuellen Firmenpolitik bewusst ausser Acht gelassen werden. Ob in Entwicklungsländern weiterhin hochgiftige Pestizide an Bäuerinnen und Bauern verkauft werden, die sich nicht sachgerecht schützen können oder ob Grundwasser mit Pestiziden verunreinigt wird, interessiert Syngentas PR- und CSR-Experten offenbar genauso wenig wie die Frage, ob ihre kleinbäuerlichen Kunden genug Einkommen für ein menschenwürdiges Leben generieren können. (www.evb.ch)


9. September 2014

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Bild: www.insieme.ch

Ständerat für schrankenlose PID

Gestern debattierte der Ständerat erneut über mögliche Grenzen der Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz. Im Frühjahr hatte sich die kleine Kammer erfreulicherweise noch hinter den Bundesratsentwurf gestellt: Die Embryoselektion sollte nur ausgewählten Paaren mit einer erblichen Belastung für eine schwere Erbkrankheit offen stehen. Bei der Differenzbereinigung hingegen wurde der Ständerat nun schwach und folgte den Vorgaben des Nationalrats, wonach die PID für alle Paaren verfügbar sein soll, die eine künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen. Die PID wird nun also auch in der Schweiz vom Ausnahme- zum Regelfall und der soziale Druck, Embryonen mit einer chromosomalen Abweichung nicht auszutragen, wird weiter steigen. Der Basler Appell gegen Gentechnologie hatte sich im Vorfeld der Debatte vehement dafür eingesetzt, die PID in der Schweiz gar nicht erst zuzulassen.


3. September 2014

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Bild: baslerappell

Enge Grenzen für die PID!

Zusammen mit dem Basler Appell fordern inzwischen 19 Schweizer Organisationen den Ständerat auf, die PID nur in engen Grenzen zuzulassen. Am Montag, 8. September, entscheidet der Ständerat erneut über die Vorlage zur Zulassung der PID. Die Differenzbereinigung wird nötig, weil der Nationalrat und die WBK des Ständerates eine massive Ausweitung der Anwendung dieser ethisch fragwürdigen Diagnostik wollen. Wir wenden uns vor allem gegen das allgemeine Chromosomenscreening, das nach dem Willen der Fortpflanzungslobby für alle Fälle der künstlichen Befruchtung zum Tragen kommen soll, unabhängig davon, ob die betroffenen Paare ein Risiko tragen. Wir sehen im geplanten Screening einen weiteren Schritt zur Selektion, den wir strikt ablehnen. Unsere Argumente finden sich im gemeinsamen >Aufruf d, f