Basler Appell

 

Meldungen | August 2014

26. August 2014

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Bild: de.wikipedia.org

Brasilien: Dengue-Fieber bleibt totz Gentech-Moskitos

Im April 2014 hatte die brasilianische Gentech-Behörde (CTNBio) die Freisetzung von genmanipulierten Moskitos erlaubt. Die Gentech-Mücken der britischen Firma Oxitec sollen ihre Dengue-Fieber übertragenden, natürlichen Kollegen dezimieren. Die männlichen Oxitec-Mücken sind so manipuliert, dass ihre Nachkommen schon im Larvenstadium sterben. In einem großen Feldversuch in der Stadt Jacobina im brasilianischen Bundesstaat Bahia testete Oxitec die Gentech-Moskitos, ohne Erfolg. Zwar sank die Zahl der Moskito-Eier um 92 Prozent. Doch die Fälle an Dengue-Fieber gingen bisher nicht zurück. Eine mögliche Erklärung: Die Gentech-Moskitos gehören der Art Aedes aegypti an und können nur deren Population reduzieren. Geht deren Bestand stark zurück, entsteht eine ökologische Nische, die durch eine andere Moskito-Art besetzt wird, die ebenfalls Dengue-Fieber übertragen kann, Aedas albopitus. Wissenschaftler warnen auch davor, dass der Fieber-Virus sich an den geänderten Überträger anpassen und dadurch noch gefährlicher werden könnte. Unbeeindruckt davon peilt Oxitec den nächsten Markt an: Indien. (www.genfoodneindanke.de)


15. August 2014

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Bild: fotolia.com

Basler Appell kritisiert GVO-Trägerstoffe bei Medikamenten

Die Pharmabranche ignoriert den Willen der KonsumentInnen, auf Gentech-Bestandteile zu verzichten: Recherchen des Basler Appells gegen Gentechnologie zeigen, dass mehr als 50 in der Schweiz erhältliche Medikamente Stoffanteile enthalten, die aus gentechnisch veränderten Nutzpflanzen hergestellt wurden. Die Palette ist breit, sie reicht von der Hepatitis-Spritze mit Polysorbat aus Gentech-Mais bis zum Medikament gegen Schmerzen, das neben Zucker-Stärke-Pellets aus Gentech-Mais zusätzlich eine Cellulose-Verbindung enthält, die aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt ist.

Der Basler Appell gegen Gnetechnologie ruft die Bevölkerung dazu auf, Verpackungstexte und -beilagen kritisch zu lesen. Vor der Einlösung des Rezepts können Fach- und Patienteniformationen auch im Internet unter www.swissmedicinfo abgerufen werden. Nur auf diese Weise kann die unwissentliche Einnahme von Gentech-Bestandteilen vermieden werden.

(Medienmitteilung vom 15.8.2014, Rundbrief AHA)


11. August 2014

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Bild: transgen.de

EU: Gentech-Freilandversuche weiter rückläufig

2014 verzeichnet die beim Joint Research Centre (JRC) geführte zentrale europäische Datenbank nur noch zehn neu beantragte Freisetzungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Im Vorjahr waren es noch 23, 2009 sogar 109. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen jeden Antrag - unabhängig davon, ob er später genehmigt und tatsächlich durchgeführt wird - über die EU-Kommission an die JRC-Datenbank melden. Vier der 2014 dort neu aufgenommenen Versuche finden in Spanien statt, drei in Schweden, jeweils einer in Großbritannien, Tschechien und Polen. In allen übrigen Ländern sind 2014 keine neuen Anträge eingegangen. Deutschland ist nun schon das zweite Jahre ohne gv-Pflanzen im Freiland. Inzwischen haben die meisten internationalen Unternehmen den Anbau weiterer gv-Pflanzen in Europa aufgegeben und entsprechende Zulassungsanträge zurückgezogen. (www.transgen.de)


Meldungen | Juli 2014

7. Juli 2014

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Bild: fotolia.com

Anzahl der Gentech-Versuchstiere weiter steigend

Die Gesamtzahl der im Jahr 2013 in der Schweiz verwendeten Versuchstiere sank gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf unter 600'000 Tiere. Bei über 80 Prozent der Versuchstiere handelte es sich um Mäuse, Ratten , Hamster oder Meerschweinchen. Allerdings ist der Anteil der «verbrauchten» gentechnisch veränderten Versuchstiere (24,4 Prozent) weiter steigend. 141'584 gentechnisch veränderte Mäuse wurden im 2013 gezählt, 1435 Gentech-Fische und 819 Gentech-Ratten. Die Zahl der gentechnisch veränderten Fische hat sich damit gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt. (Medienmitteilung BLV)



Meldungen | Juni 2014

25. Juni 2014

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Bild: Ständeratssaal, 20minuten.ch

WBK für Embryonenscreening

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, WBK des Ständerates ist mehrheitlich dem Nationalrat gefolgt und unterstützt die Ausweitung des Bundesratsvorschlages zur Präimplantationsdiagnostik. Entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse will man in der Schweiz unbedingt das allgemeine Screening aller Embryonen nach künstlicher Befruchtung zulassen. Die ethisch heikle Präimplantationsdiagnostik würde dann bei etwa 10.000 Zyklen eingesetzt werden. Ein Riesengewinn für die Fortpflanzungsbranche, ein ethisch fragwürdiges Verfahren für die Gesellschaft und ein riskantes für die Betroffenen. Der Ständerat hat nun im Herbst über die noch offenen Differenzen zum Nationalrat zu beraten. Mehrere Organisationen erwägen, das Referendum gegen die Ausweitung im Gesetz zu ergreifen.


19. Juni 2014


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Bild: baslerappell

PID: Aufruf an den Ständerat!

Am Montag, 23.6. debattiert die WBK des Ständerates erneut über die Präimplantationsdiagnostik. Diesmal über die Ausweitungen, die der Nationalrat vorgesehen hat. Der Ständerat hatte sich zuvor für eine enge Auslegung der PID ausgesprochen. Die Differenzbereinigung wird dann in der Herbstsession stattfinden. 17 namhafte Schweizer Organisationen, Praxen und Verbände fordern den Ständerat auf, der PID in der Schweiz enge Grenzen zu setzen: Aufruf >d >f

17. Juni 2014

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Bild: Rettet den Regenwald e.V.

Eukalyptus-Treibstoff für Jumbo-Jets?

Rund 94 Prozent des Eukalyptus-Erbguts sind identifiziert, so zu lesen im Fachmagazin «Nature» in einer Publikation des südafrikanischen Biotechnologen Alexander Myburg und Team. Und schon beginnen die Forscher, zu träumen: «Jetzt können wir Bäume züchten, die schneller wachsen, Holz mit besserer Qualität erzeugen, Wasser effizienter nutzen und besser mit klimatischen Unterschieden fertig werden», erzählt Myburg. Zumindest theoretisch. Denn allein die Abfolge der Gene im Erbgut zu kennen, hilft nicht, sie gezielt zu verändern. Meist sind es auch nicht einzelne Abschnitte in der DNA, die komplexe Prozesse steuern, sondern das Zusammenspiel vieler verschiedener Bausteine. Und: «Später einmal könnte man auch bestimmte Eukalyptus-Gene in Bakterien oder Hefen einschleusen, um in großem Stil Bio-Treibstoffe zu erzeugen. In Zukunft könnten Jumbojets mithilfe von erneuerbarem Eukalyptus-Treibstoff abheben.» So beliebt und effizient Eukalypten auch sein mögen, ihr Anbau ist voller Nachteile. Die Bäume saugen viel Wasser und Nährstoffe aus dem Boden und können den Grundwasserspiegel senken. Dies kann in manchen Regionen Trinkwasser verknappen. Zudem ist die Kritik an großen Plantagen berechtigt. Es werden dafür nicht nur Naturwälder zerstört, sondern auch Rechte von Ureinwohnern verletzt, die bislang Teile unberührter Wälder nutzen und bewohnen. Es bleibt also hoffentlich wie so oft bei der Gentech-Träumerei...(www.zeit.de)


11. Juni 2014

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Bild: salk.at

Fortpflanzung um jeden Preis?

Die Hinweise häufen sich, dass die In-vitro-Feritilisation beim Kind das Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen und andere Erkrankungen, wie Krebs, erhöhen kann. Langzeitstudien fehlen noch. Die  Fortpflanzungsmedizin will auch nichts an der gängigen Praxis ändern, die Warnhinweise werden ignoriert. Kein Wunder, denn die Fertilitätsbranche setzt jährlich auch in der Schweiz mehrstellige Millionenbeträge um. Das Geschäft mit der Reproduktion boomt. Die Indikation wird zunehmend ausgeweitet, so dass die Fallzahlen steigen.Zudem scheinen die Fortpflanzungskliniken nicht so genau zu wissen, wo die Embryonen aus der künstlichen Befruchtung landen. (Gesundheitstipp Juni 2014)

Der Basler Appell fordert die Politik auf, sich im Interesse der betroffenen Frauen und Kinder für eine engere Kontrolle der Fertilitätsinstitutionen stark zu machen. Unsere neue Informationsbroschüre zum Thema >hier



 Meldungen | Mai 2014

28. Mai 2014

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Bild: Nationalrat, admin.ch

Nationalrat stimmt über massive Ausweitung der PID ab

Kommenden Dienstag, 3. Juni, wird im Nationalrat über die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik abgestimmt. Die nationalrätliche Kommission legt dem Plenum ein Papier vor, dass die massive Ausweitung der Indikationen beinhaltet. Vom allgemeinen Chromosomenscreening (im Fokus stehen dabei die Trisomien) bei allen IVF-Behandlungen, über die Erzeugung von immunkompatiblen Geschwisterkindern bis hin zur Aufhebung aller Grenzen für die Herstellung von Embryonen wurde die Wunschliste der Fortpflanzungsmedizin aufgenommen. Wir fordern die ParlamentarierInnen auf, sich gegen diese Ausweitung zu stellen. Sie ist weder im Interesse der betroffenen Paare noch der Gesellschaft sondern dient allein den finanziellen Interessen der Fertilitätsbranche. Ethische Grundwerte werden dafür aus den Angeln gehoben. Bereits am 11. Juni wird es dann zur Differenzbereinigung mit dem Ständerat kommen, der sich zuvor gegen eine solche Ausweitung gewandt hat. Es scheint, als wolle man das Gesetz jetzt schnell über die Bühne bringen. Zuvor wird aber auch das Volk noch ein Wörtchen mitzureden haben. Das Referendum über die nötige Verfassungsänderung ist obligatorisch. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen ist zu vernehmen, dass auch gegen das Gesetz das Referendum ergriffen werden soll. Weitere Informationen >hier, Insieme Schweiz, Dialog Ethik.


22. Mai 2014

16 Organisationen gegen Ausweitung der PID!

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Mit einem Aufruf (pdf >d >f) wenden sich heute erstmals 16 Schweizer Organisationen aus den unterschiedlichsten Bereichen gemeinsam gegen die angestrebte Ausweitung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Die WBK des Nationalrates will die Einführung eines Chromosomen-Screenings auf Trisomien für alle IVF-Behandlungen, sowie die Erzeugung von immunkompatiblen Geschwisterkindern. Bereits am 3. Juni erfolgt die Abstimmung im Plenum des Nationalrates. Noch in der Sommersession soll die Differenzbereinigung erfolgen. Die Organisationen sind davon überzeugt, dass die gesellschaftlichen Risiken, die individuellen Belastungen und die wirtschaftlichen Interessen, die hinter einer nahezu unbeschränkten Zulassung der PID stehen, unterschätzt werden. Wir fordern den Nationalrat auf, sich für eine strenge Begrenzung der PID einzusetzen.


15. Mai 2014

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Bild: EPA-EPO

Erfolg für NGO: Patent auf menschliche Spermazellen widerrufen!

Die Münchner NGO Testbiotech hatte gegen das Patent der britischen Firma Ovasort, das sich auf menschliche Spermazellen und die Auswahl des Geschlechts von Nachkommen erstreckte (EP1263521) Einspruch eingelegt. Heute wurde das Patent vom Europäischen Patentamt komplett widerrufen. Auch die Anwendung des Patentes für die Tierzucht wurde widerrufen. Es handelt sich aber nur um eine Einzelfallentscheidung. Ähnliche Patente können weiterhin erteilt werden, auch wenn sie laut Gesetz von der Patentierung ausgeschlossen sind. Die Schwarze Liste Euopäischer Patente ist noch lange.


13. Mai 2014

Gen-Check am Embryo in der Schweiz

Die WBK des Nationalrates berät am 15./16. Mai über die Ausweitung der Indikationen für die Präimplantationsdiagnostik. Bereits in der letzten Sitzung kam man mehrheitlich zur Auffassung, dass auch das IVF-Screening fester Bestandteil der Präimplantationsdiagnostik sein solle. Nun geht es um die Zulassung der PID für die Erzeugung von immunkompatiblen Geschwisterkindern, das HLA-Matching. Die Kommission wird dann ihre Vorschläge noch Anfang Juni im Nationalrat unterbreiten. Auch die Differenzbereiningung zwischen Stände- und Nationalrat soll noch vor der Sommerpause stattfinden. Es bleibt zu hoffen, dass die ParlamentarierInnen des Nationalrates ebenso wie der Ständerat der Kommission nicht Folge leistet, sondern die Vorschläge zur Ausweitung einstampft. Wir fordern zuerst einmal die Einführung es transparenten IVF-Registers, bevor man darüber nachdenkt, die Behandlungen eklatant auszuweiten. Bisher ist die Rede von etwa 100 Fällen pro Jahr, die für eine PID in Frage kämen, wenn der eng gefasste Bundesratsentwurf durchginge. Folgt man den Ausweitungstendenzen, so würden die Gen-Checks von Embryonen pro Jahr in nahezu 10.000 IVF-Zyklen durchgeführt werden. Ein gutes Geschäft für die Anbieter. Die Fertilitätsbranche in der Schweiz setzt jährlich mehrstellige Millionenbeträge um. Weitere Informationen des Basler Appells >hier und auf der Seite www.gen-test.info


13. Mai 2014

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Bild: www.pixelio.de

USA: Gentechnik-Kennzeichnung in Vermont

Als erster US-Bundesstaat hat Vermont eine verbindliche Kennzeichnung für Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Organismen eingeführt. Spätestens zum 1. Juli 2016 müssen Agrarprodukte und Lebensmittel, die im nordöstlichen US-Bundesstaat Vermont in den Handel kommen, als «hergestellt mit Gentechnik» (produced with genetic engineering) deklariert werden, wenn sie ein «gentechnisch veränderter Organismus» sind oder daraus hergestellt wurden. Zwar haben auch Connecticut und Maine ähnliche Gesetze beschlossen wie Vermont. Doch dort treten sie erst dann in Kraft, wenn vier weitere Bundesstaaten mit einer Gesamt-Einwohnerzahl von mehr als 20 Millionen ebenfalls eine Kennzeichnungspflicht eingeführt haben.  In Kalifornien (2012) und Washington (2013) waren Volksabstimmungen knapp gescheitert, aber die Right to know-Bewegung ist weiter aktiv und setzt die Politik unter Druck. Nach Angaben des Center for Food Safety sollen allein 2014 in 32 Bundesstaaten Gesetzes-Initiativen pro Kennzeichnung eingebracht worden sein. (www.theguardian.com)


6. Mai 2014

UK Biobank: Massentests für Demenzforschung

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Bild: www.pixelio.de

300.000 Briten werden an der größten Studie zu kognitiven Funktionen teilnehmen. Mit der vom «Medical Research Council» finanzierten Studie soll angeblich dann vorhergesagt werden können, welche Faktoren Demenzrisiken erhöhen. Alle Teilnehmer sind auch Teil der UK Biobank. Die für die Teilnahme angefragten Menschen hatten bereits vor mehreren Jahren DNA-Proben und Informationen zum jeweiligen Lebensstil bereitgestellt. Tests zu Gedächtnis und logischem Denken werden nun neu online durchgeführt.Die UK Biobank gilt als die größte biomedizinische Datensammlung der Welt. Die Informationen über die einzelnen Teilnehmer sollen in anonymisierter Form vorliegen. Die Daten sind für Wissenschaftler aller Fachrichtungen zugänglich. (www.pressetext.com)