Basler Appell

facebook  Facebook 

 

Gen-Check an Embryonen!

In der Schweiz sind seit 2012 zwei Tests auf dem Markt,
die Embryonen auf genetische Veränderungen hin untersuchen.
Die Tests wurden ohne weitere Überprüfung zugelassen.

Faltblat in Zusammenarbeit mit «appella»

Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert
eine breite Debatte über die ethischen Konsequenzen
dieser Tests!

Informieren Sie sich durch unser neues Faltblatt
in Zusammenarbeit mit der Telefon- und Onlineberatung
«appella».

> www.appella.ch
> download Faltblatt (pdf 714kb)

25 Jahre Basler Appell gegen Gentechnologie:

* für die Erhaltung von Artenvielfalt und Lebensqualität
* für eine intakte Umwelt, frei von Gentech-Risiken
* für eine gerechtere Welt, frei von patentierten Naturgütern
* für eine humanere Welt mit ethisch vertretbarer Medizin und Forschung

Der Basler Appell gegen Gentechnologie befasst sich kritisch mit allen Themen der Gentechnologie und anderer Risikotechnologien. Der Verein finanziert sich ausschliesslich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir versenden 6mal im Jahr den Rundbrief AHA! mit aktuellen Informationen. 4mal jährlich geben wir den «Pressespiegel Gentechnologie» heraus.

> Mitglied werden lohnt sich!



Letzte Meldungen | Juni 2013

14. Juni 2013

Oberstes US-Gericht verbietet Patente auf menschliche DNA

Das Oberste Gericht der USA hat in einer Grundsatzentscheidung Patente auf menschliches Erbgut verboten. Die menschliche DNA sei ein «Produkt der Natur», das nicht patentiert werden könne, erklärte der Supreme Court am Donnerstag. Künstlich nachgeahmtes Erbgut, sogenannte cDNA, könne aber sehr wohl patentiert werden, «da es nicht von der Natur hergestellt wird», erklärte das Gericht weiter. Die Entscheidung der neun Richter war einstimmig. Sie entschieden über eine Klage gegen das Pharmaunternehmen Myriad Genetics, das sich Patente auf zwei krebsauslösende Gene gesichert hatte. Dies gab dem Unternehmen bislang die Möglichkeit, Tests für die Gene mit den Abkürzungen BRCA1 und BRCA2 exklusiv zu vermarkten. In Europa hatte Myriad seine Monopolstellung auf die BRCA-Tests schon vor einigen Jahren verloren. Das Europäische Patentamt hatte die Verwertungsrechte nach Protesten von Medizinern und Wissenschaftlern modifiziert. Das Urteil des Obersten US-Gerichts war mit Spannung erwartet worden, weil es Auswirkungen auch auf zahlreiche andere Bereiche der Gentechnik und der Medizin haben dürfte. (spiegel-online)


13. Juni 2013

 ayeA7RVtPXsHymTWYcts43W7FPPtaLPTENUW4KhL.jpg

Bild: www.keine-gentechnik.de

gv-Futter führt zu Problemen

Eine Fütterungsstudie mit 168 Schweinen zeigte, dass diese wesentlich häufiger unter ernsthaften Magenentzündungen leiden, wenn sie mit gv-Mais und Soja gefüttert werden. Ausserdem war die Gebärmutter der Tiere um ein Viertel grösser als bei ihren Artgenossen. Die Forscher von der Universität Adelaide in Australien verwendeten Monsanto Produkte für ihre Studie. Aus Sicht der Autoren machen die Ergebnisse "Grund zur Sorge", da heutzutage grösstenteils gv-Futter in den Tröge der konventionellen Tierhaltung lande.

11. Juni 2013

weizen_zoom.jpg

Bild: www.transgen.de

Sammelklage gegen Monsanto

Nachdem kürzlich in Oregon (USA) im Freiland nicht zugelassener Gentech-Weizen entdeckt worden war, klagen nun mehrere US-amerikanische Farmer zusammen mit dem «Center for Food Safety» gegen Monsanto. Als Grund dafür wird der Einbruch der Weizenpreise angeführt, wie einer diesbezüglichen Pressemitteilung zu entnehmen ist. Die Entdeckung des illegalen Gentech-Weizens habe sich negativ auf den Weizen-Export der betroffenen Farmer ausgewirkt. Nachdem der nicht-zugelassene Weizen in Oregon entdeckt worden war, setzten Japan und Süd-Korea einen Teil der Weizenimporte aus und forderten bei den US-Behörden umfangreiche Kontrollen. Wie der Gentech-Weizen auf das Feld gelangen konnte, ist weiterhin ungeklärt. Wahrscheinlich aber ist eine Verunreinigung des Saatguts als Ursache anzunehmen.


7. Juni 2013

Bundesrat überweist PID-Vorlage ans Parlament

Wie bereits im vergangenen Sommer angekündigt will der Bundesrat die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) in der Schweiz erlauben. Künftig soll es also auch hierzulande möglich sein, Embryonen bei einer künstlichen Befruchtung vor der Übertragung in die Gebärmutter genetisch zu untersuchen. Eine entsprechende Vorlage hat der Bundesrat nun ans Parlament überwiesen. Nicht nur das Fortpflanzungsmedizingesetz, sondern auch Artikel 119 der Bundesverfassung sollen geändert werden, was bedingt, dass das Volk das letzte Wort bezüglich der ethisch fragwürdigen Technik haben wird. Geht es nach dem Bundesrat, so soll die PID nur erblich vorbelasteten Paaren offen stehen. Allerdings ist eine kontroverse Debatte zu erwarten, VertreterInnen der Reproduktionsmedizin den Entwurf für viel zu restriktiv halten.


1. Juni  2013

monsanto.jpg

 

Widerstand lohnt: Monsanto haut ab!

Kurz nach den weltweiten Aktionen gegen den Saatgutmulti lässt der Konzern verlauten, dass er sich aus dem Europageschäft zurückzieht. Der Widerstand gegen die Geschäftspolitik von Monsanto war dann doch zu gross und die Lobbyarbeit ist wohl doch zu teuer geworden, mit wenigen Ergebnissen. Es bleibt abzuwarten, ob der Rückzug nur vorübergehend ist. Syngenta und Co. aber bleiben und werden den Platz vielleicht ausfüllen. Was noch bleibt ist Glyphosat - kürzlich in einer Studie der Uni Leipzig in fast allen Urinproben nachgewiesen. Ausserdem bleibt keine Zeit zum Zurücklehnen, der Widerstand muss jetzt erst recht weitergehen, denn Europa stellt nur einen Bruchteil des Einsatzgebietes von Monsanto dar. Das Ziel ist erst erreicht, wenn sich Monsanto auch aus anderen Regionen der Welt verabschiedet. (spiegel-online)



Letzte Meldungen / Archiv

2013
> März / April
> Januar / Februar

2012
> Oktober / November / Dezember
> August / September
> Juni / Juli
> April / Mai
> Februar / März



Letzte Meldungen | Mai 2013

30. Mai 2013

m_650_GV_vs_nGV_AquaBounty.jpg

Bild: AquaBounty

gv-Lachs: Kreuzung mit Forellen möglich!

Eine neue Studie weist nach, dass sich gentechnisch veränderte Lachse nicht nur mit Wildlachsen fortpflanzen, sondern sich auch mit der braunen Forelle (Salmon trutta) kreuzen können! Die Nachkommen aus dieser Verbindung wachsen dann noch schneller, als die gv-Lachse selbst. Das bedeutet, dass die Gefahren, die von gv-Lachsen ausgehen können, grösser sind, als bisher vermutet. Die gv-Lachse stehen in den USA kurz vor der Zulassung.


29. Mai 2013

url.jpeg

Bild: www.ichthyose.de

Unispital Basel sortiert Spermien!

Wie bereits vor einigen Tagen bekannt, hat das Unispital Basel die Lizenz eines us-amerikanischen Herstellers für ein Verfahren erworben, mit dem sich durch Spermienselektion gezielt das Geschlecht des zukünftigen Kindes auswählen lässt. So können im Fall von geschlechtsgebundenen Erbkrankheiten (als Einschränkung gilt, dass die Methode nur für x-gebundene Erkrankungen taugt) gezielt Mädchen herausgefiltert werden. Mädchen können zwar Trägerinnen geschlechtsgebundener Erbkrankheiten sein, sie erkranken in der Regel aber nicht daran. Das Verfahren darf laut Gesetz in der Schweiz nur für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Eine Geschlechtsauswahl aus anderen Gründen wäre untersagt. Der Chefarzt der Reproduktionsmedizin, de Geyter, der die Methode am Unispital ab Juli anbieten wird, sieht selbst die Gefahr für einen Missbrauch. Die Fehlerquote liegt bei etwa 20 Prozent und zudem ist das Verfahren an eine künstliche Befruchtung gebunden. Der Test soll 2500 Franken kosten (die künstliche Befruchtung kostet extra). Wieviel das Spital für die Lizenz bezahlt hat, ist nicht bekannt. Der Basler Appell gegen Gentechnologie bezweifelt, dass sich das Angebot dauerhaft an den medizinischen Zweck wird koppeln lassen. In den USA oder in Nord-Zypern bieten Kliniken die Geschlechtsauswahl per Spermiensortierung für alle an, die das passende Geschlecht ihres zukünftigen Kindes wissen wollen. Auch diverse Internetangebote zeigen, dass eine Nachfrage werdender Eltern gibt.  


24. Mai 2013

Klonstudie hält nicht, was sie verspricht

Die Kopien lassen sich mit bloßem Auge erkennen: In einer Studie, die vergangene Woche im Fachmagazin «Cell» erschien und für viel Aufsehen sorgte, finden sich mehrere Bilder zweifach an unterschiedlichen Stellen. Darauf haben wissenschaftliche Gutachter auf der Online-PlattformPubPeer aufmerksam gemacht. Einige Abbildungen seien einfach kopiert und mehrfach verwendet worden. In der Forschungsarbeit geht es darum, dass Forscher mit Hilfe von Klontechnik erstmals menschliche embryonale Stammzellen hergestellt haben wollen. Ob es sich bei diesen Mängeln um ein Versehen oder vorsätzliche Täuschung handelt, soll nun laut Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» geklärt werden. Die Ungereimtheiten wecken Erinnerungen: Schon einmal mussten vermeintlich bahnbrechene Ergebnisse aus der Klonforschung revidiert werden. 2004 hatte der südkoreanische Forscher Hwang Woo Suk bekanntgegeben, erstmals Stammzellen aus einem geklonten menschlichen Embryo entwickelt zu haben. Zwei Jahre später wurde seine Arbeit als Fälschung enttarnt.


mappa1.jpg

23. Mai 2013

Hopp Schwiiz!

Am gestrigen Tag der "Artenvielfalt" sind die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Dem Netzwerk gehören inzwischen 57 Regionen und Länder an unter anderem auch das Schweizer Nachbarland Baden-Württemberg, die meisten Regionen in Frankreich und alle Bundesländer Österreichs. Auch Italien ist fast gänzlich dabei. Ziel des Netzwerkes ist es, Ruf und Akzeptanz der Produkte aus heimischer Landwirtschaft zu schützen und das Recht lokaler und regionaler Regierungen zu stärken, über den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen zu entscheiden. Die Schweiz sollte sich dem nicht verschliessen. Anstatt unnötige Entwürfe über Koexistenzen vorzulegen, sollte der Gesetzgeber sich für den Schutz der Landwirtschaft einsetzen, der Meinung der Bevölkerungsmehrheit Rechnung tragen und sich dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen anschliessen.


16. Mai 2013

6.jpg

Bildlegende

Embryonale Stammzellen durch Klonen hergestellt

Wie im Fachmagazin Cell nachzulesen, hat ein internationales Forscherteam um Masahito Tachibana von der Oregon Health&Science University, menschliche embryonale Stammzellen reprogrammiert. Mittels Klontechnik wurde Hautgewebe von Patienten in entkernten Eizellen von Spenderinnen eingebracht. Aus einer Reihe von so imprägnierten Eizellen entwickelten sich dann Embryonen, die bis zum acht-Zell-Stadium reiften. Insgesamt wurden dann vier Stammzelllinien hergestellt. Von den embryonalen Stammzellen verspricht man sich nach wie vor Heilmöglichkeiten für Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose. Davon ist die Wissenschaft aber noch weit entfernt. Das Reprogrammieren von adulten Zellen zu embryonalen Stammzellen wirft ethisch heikle Fragen auf:  Vor allem aber stellt sich die Frage, woher die vielen Eizellen kommen sollen, die für die Technik benötigt werden. Die Eizellen für die aktuelle Forschung stammten von Spenderinnen, die per Anzeige rekrutiert wurden. INach wie vor werden weltweit Milliarden an Forschungsgeldern in die embryonale Stammzellforschung gesteckt. Ein Erfolg ist bisher ausgeblieben. (Der Fachartikel als >pdf)


15. Mai 2013

Raps_01.jpg

GVO in der Schweiz? Bundesrat stösst auf breiten Widerstand

Heute endet die Vernehmlassungsfrist für einen Entwurf zur Koexistenzverordnung und einer Änderung des Gentechnikgesetzes. Der Bundesrat hat, ohne dass es einen Bedarf gäbe, einen Entwurf vorgelegt, der regeln soll, wie GVOs in der Schweiz angebaut werden könnten. Wie der Basler Appell gegen Gentechnologie haben eine Reihe von Verbänden und Organisationen das Inverkehrbringen von GVOs in der Schweiz klar abgelehnt. Erfreulicherweise schliessen sich auch mehrere Kantone dieser Meinung an. Die Grünen drohen mit einem Referendum. Wir vom Basler Appell sind der Auffassung, dass eine Koexistenz in der kleinräumigen schweizer Landwirtschaft ohnehin nicht möglich wäre. Wir fordern ein klares, verfassungsrechtlich verankertes Verbot des Inverkehrbringens von GVOs in der Schweiz. (Vernehmlassungsantwort >pdf)


14. Mai 2013

nano1.jpg

Nanotubes: Bayer steigt aus

Der Bayer Teilkonzern MaterialScience stellt die Produktion von Nanokohlenstoffröhrchen ein. Die noch im letzten Jahr als zukunftsträchtiges Geschäftsmodell vorgestellen Baytubes scheinen auf dem Markt nicht allzu gefragt zu sein. Für das Projekt wurden einige Millionen an Forschungsgeldern vernichtet. In Laufenburg (D), an der Schweizer Grenze, wurde  eine Erweiterung der Produktionsanlage genehmigt, obwohl es grossen Widerstand aus der Bevölkerung gab. Die Sicherheitslage ist nach wie vor ungeklärt. Die Risiken wurden klein geredet. Die Herstellung von Nanotubes scheint wieder einmal ein grosser Hype gewesen zu sein. Nähere Informationen bei der Koordination gegen Bayer Gefahren.  


13. Mai 2013

Patent auf «red hot chili peppers»

Das Europäische Patentamt (EPA) hat es wieder getan: Erneut wurde ein Patent auf Chili-Pflanzen aus konventioneller Züchtung erteilt (EP2140023). Im Patent werden die Pflanzen, das Saatgut und die Früchte beansprucht, sogar das Wachsen und das Ernten der Pflanze gelten als Erfindung. Das Patent wurde erteilt, obwohl jüngst zwei Millionen Menschen per Unterschrift gegen Patente auf konventionelle Züchtung protestierten und sowohl das Europäische Parlament als auch der Deutsche Bundestag sich für einen Stopp derartiger Patente ausgesprochen haben. Präzedenzfälle, die Patente auf Tomaten und Brokkoli betreffen, sind beim EPA seit mehr als fünf Jahren anhängig und immer noch nicht entschieden. Das Bündnis «Keine Patente auf Saatgut!» und weitere Organisationen fordern die politischen Entscheidungsträger der Mitgliedsländer des EPA auf, diese Patente jetzt zu stoppen.


7. Mai 2013

Kanton Aargau: Regierungsrat gegen GVO-Anbau in der Schweiz

130507AG.jpg

Nach dem Regierungsrat des Kantons Bern hat sich nun auch der Kanton Aargau in seiner Stellungnahme gegen die vom Bundesrat vorgeschlagene Änderung des Gentechnikgesetzes und die neue Koexistenzverordnung ausgesprochen. Der Aargauer Regierungsrat beantragt in seiner Vernehmlassungsantwort, einen Grundsatzentscheid für ein Verbot der GVO-Produktion zu fällen. Auserdem weisst er den vom Bundesrat vorgelegten Entwurf der Koexistenzverordnung zurück.


3. Mai 2013

14'000 Unterschriften gegen Patente der Firma Intrexon

Unterstützt durch mehr als 14 000 Unterschriften legen heute mehrere Organisationen, darunter auch Testbiotech e.V. aus München, Einspruch gegen das europäische Patent EP1572862 des US-Konzerns Intrexon ein. Das Patent wurde am 1. August 2012 vom Europäischen Patentamt in München (EPA) erteilt und umfasst neben anderen Tierarten auch Schimpansen. Diese werden laut Patent mit einer künstlichen DNA manipuliert, die zum Teil dem Erbgut von Insekten nachgebaut wurde. Die Firma Intrexon, die ihr Arbeitsfeld selbst als „Synthetische Biologie" bezeichnet, will die Genregulation verändern, um die Tiere an die Pharma-Forschung verkaufen zu können. Gegen ein ähnliches Patent der Firma Intrexon wurde bereits 2012 von mehreren Organisationen Einspruch eingelegt. Das Unternehmen wird unter anderem von Ex-Managern des Monsanto-Konzerns wie Robert B. Shapiro geleitet. Intrexon hält zudem etwa 50 Prozent der Anteile an der Firma Aquabounty, die in den USA genmanipulierten Lachs vermarkten will.